"Warum hat mein Hund schon wieder verklebte Augen?"
Diese Frage höre ich immer wieder. Viele Hundehalter entdecken morgens kleine Krusten in den Augenwinkeln ihres Hundes oder stellen fest, dass die Augen stärker tränen als sonst.
Nicht jede kleine Verklebung ist gleich ein Grund zur Sorge. Genau wie bei uns Menschen können sich auch beim Hund nach dem Schlafen kleine Ablagerungen bilden. Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn manchmal steckt hinter tränenden oder verklebten Augen mehr als nur ein bisschen Schlafsand.
In diesem Artikel erfährst du, welche Ursachen dahinterstecken können, wann du selbst helfen kannst und in welchen Fällen dein Hund besser tierärztlich untersucht werden sollte.
Warum verkleben die Augen überhaupt?
Die Augen deines Hundes werden ständig durch die Tränenflüssigkeit befeuchtet und gereinigt. Staub, kleine Schmutzpartikel oder Pollen werden so normalerweise wieder ausgespült.
Kommt dieses natürliche Gleichgewicht jedoch aus dem Takt, können die Augen stärker tränen oder sich Sekret in den Augenwinkeln sammeln.
Mögliche Ursachen sind zum Beispiel:
- Staub oder Schmutz nach einem Spaziergang
- Pollen oder andere Umweltreize
- Zugluft
- lange Haare, die ständig ins Auge fallen
- altersbedingte Veränderungen
- leichte Reizungen der Bindehaut
Nicht immer lässt sich die Ursache sofort erkennen. Deshalb solltest du Veränderungen an den Augen deines Hundes aufmerksam beobachten.
Was du zunächst selbst tun kannst
Sind die Augen nur leicht verklebt und wirkt dein Hund ansonsten fit, reicht oft schon eine sanfte Reinigung der Augenpartie.
Wichtig ist dabei, vorsichtig vorzugehen und nicht zu reiben. Verwende immer saubere Materialien und achte darauf, jedes Auge getrennt zu reinigen, damit mögliche Keime nicht übertragen werden.
Kontrolliere außerdem regelmäßig, ob Haare in die Augen ragen oder sich Schmutz im Fell rund um die Augen festgesetzt hat.
Oft sind es genau diese kleinen Dinge, die bereits für gereizte oder tränende Augen verantwortlich sein können.
Wann solltest du mit deinem Hund zum Tierarzt?
Nicht jede kleine Verklebung der Augen ist ein Notfall. Es gibt jedoch Situationen, in denen du die Augen deines Hundes unbedingt tierärztlich untersuchen lassen solltest.
Dazu gehören zum Beispiel:
- starke oder eitrige Verklebungen,
- deutlich gerötete Augen,
- Schwellungen im Bereich der Augenlider,
- häufiges Blinzeln oder Zusammenkneifen eines Auges,
- wenn dein Hund ständig mit der Pfote am Auge reibt,
- oder wenn sich das Sehvermögen offensichtlich verändert.
Gerade die Augen sind sehr empfindlich. Deshalb gilt: Lieber einmal zu viel nachsehen lassen als eine ernsthafte Erkrankung zu übersehen.
Regelmäßige Augenpflege kann sinnvoll sein
Vor allem Hunde mit langen Haaren im Gesicht, empfindlichen Augen oder verstärktem Tränenfluss profitieren oft von einer regelmäßigen Kontrolle der Augenpartie.
Dabei geht es nicht darum, die Augen täglich zu reinigen. Viel wichtiger ist es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und kleine Verschmutzungen vorsichtig zu entfernen, bevor sie zu Reizungen führen.
Eine sanfte Pflege kann dazu beitragen, dass sich Schmutz oder eingetrocknetes Sekret nicht unnötig ansammeln und die empfindliche Haut rund um die Augen sauber bleibt.
Mein persönlicher Tipp
Ich schaue meinen Hunden jeden Tag kurz in die Augen. Das dauert nur wenige Sekunden und gehört für mich genauso zur täglichen Kontrolle wie ein Blick auf Pfoten oder Fell.
So fallen kleine Veränderungen oft sofort auf. In vielen Fällen reicht eine vorsichtige Reinigung der Augenpartie bereits aus. Zeigt mein Hund jedoch Schmerzen, starke Rötungen oder ungewöhnlichen Ausfluss, zögere ich nicht und lasse die Augen tierärztlich untersuchen.
Gerade bei den Augen ist es besser, einmal zu viel nachsehen zu lassen als einmal zu wenig.
Häufige Fragen zu verklebten Augen beim Hund
Sind verklebte Augen beim Hund morgens normal?
Kleine Krusten oder etwas eingetrocknetes Sekret in den Augenwinkeln können nach dem Schlafen ganz normal sein. Werden die Augen jedoch regelmäßig stark verklebt oder kommen Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen hinzu, solltest du die Ursache tierärztlich abklären lassen.
Wie reinige ich die Augen meines Hundes richtig?
Verwende zur Reinigung ein weiches, sauberes Tuch oder ein geeignetes Pflegeprodukt für die Augenpartie. Wische vorsichtig von außen nach innen und verwende für jedes Auge ein frisches Tuch, um mögliche Keime nicht zu übertragen.
Warum tränen die Augen meines Hundes ständig?
Tränende Augen können verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise Staub, Pollen, Zugluft, Haare im Auge oder anatomische Besonderheiten. Halten die Beschwerden länger an oder werden stärker, solltest du deinen Hund tierärztlich untersuchen lassen.
Wann sollte ich mit meinem Hund zum Tierarzt?
Wenn die Augen stark gerötet sind, eitriges Sekret austritt, dein Hund Schmerzen zeigt, ständig am Auge reibt oder das Auge geschwollen ist, solltest du nicht abwarten, sondern zeitnah einen Tierarzt aufsuchen.
Kann regelmäßige Augenpflege sinnvoll sein?
Ja. Gerade bei Hunden mit empfindlichen oder häufig tränenden Augen kann eine regelmäßige Kontrolle und sanfte Reinigung helfen, kleine Verschmutzungen zu entfernen und die Augenpartie sauber zu halten.
Mein Fazit
Die Augen deines Hundes verdienen besondere Aufmerksamkeit. Kleine Verklebungen sind häufig harmlos, sollten aber trotzdem beobachtet werden. Mit einer regelmäßigen Kontrolle und einer sanften Pflege lassen sich viele Verschmutzungen schnell entfernen.
Zeigt dein Hund jedoch starke Rötungen, Schmerzen oder auffälligen Ausfluss, solltest du die Ursache immer tierärztlich abklären lassen.
Du bist unsicher, welche Pflege für deinen Hund sinnvoll ist?
Transparenz-Hinweis
Ich bin Hundetrainerin und Ernährungsberaterin für Hunde – keine Tierärztin. Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden solltest du deinen Hund immer tierärztlich untersuchen lassen.