Die Geburt ist geschafft.
Die Kitten liegen zufrieden an der Milchbar.
Und die Katzenmama?
Die könnte gefühlt schon wieder den nächsten Napf gebrauchen.
Das ist nicht besonders überraschend.
Denn jetzt frisst sie eben nicht mehr nur für sich selbst. Aus ihrer Nahrung muss ihr Körper zusätzlich Milch für den ganzen Wurf produzieren.
Und genau deshalb ist die Säugezeit ernährungsphysiologisch eine andere Situation als die Trächtigkeit.
Während des Säugens steigt der Energie- und Nährstoffbedarf der Katze erheblich. Wie viel sie tatsächlich braucht, hängt unter anderem von ihrem Körpergewicht, der Anzahl der Kitten, deren Alter und ihrer Milchleistung ab.
Die Frage lautet deshalb nicht:
„Wie viele Gramm bekommt eine säugende Katze?“
Sondern:
„Reicht das, was diese Katze frisst, für das, was sie gerade leistet?“
Vier Kitten machen einen Unterschied
Ein einzelnes Kitten zu versorgen ist etwas anderes als ein großer Wurf.
Das klingt banal, wird bei pauschalen Fütterungsmengen aber schnell vergessen.
Je mehr Kitten trinken und je größer sie werden, desto mehr muss die Mutter leisten.
Deshalb würde ich mich jetzt nicht stur an ihrer Futtermenge von vor der Trächtigkeit festhalten.
Wenn eine Katzenmama plötzlich deutlich mehr Hunger hat, ist das in dieser Phase zunächst einmal nachvollziehbar.
Interessanter finde ich:
Frisst sie gut?
Hält sie ihre körperliche Substanz?
Wirkt sie fit?
Und wie entwickeln sich ihre Kitten?
Denn die geben uns gleich noch einen ziemlich wichtigen Hinweis.
Der Napf der Mutter und die Waage der Kitten gehören zusammen
Wenn die Kitten zufrieden trinken und kontinuierlich zunehmen, erzählt uns das etwas über ihre Versorgung.
Bleiben einzelne Kitten dagegen zurück, muss man genauer hinschauen.
Vielleicht ist eines beim Säugen immer das Letzte.
Vielleicht ist der Wurf groß.
Vielleicht produziert die Mutter nicht ausreichend Milch.
Oder es steckt beim einzelnen Kitten etwas ganz anderes dahinter.
Deshalb gefällt mir bei einem Wurf die Aussage:
„Die Mutter frisst doch ordentlich.“
allein nicht.
Das ist schön.
Aber am Ende interessiert mich auch, was bei den Kleinen ankommt.
Genau deshalb haben wir für ein Kitten, das bei Wachstum und Gewicht zurückbleibt, einen eigenen Ratgeber. Das ist eine andere Fragestellung als die Ernährung einer grundsätzlich gesunden säugenden Mutterkatze.
Jetzt bloß nicht am Futter sparen
Eine Katze, die gerade mehrere Kitten ernährt, ist nicht der richtige Kandidat für:
„Die hat aber ganz schön zugelegt, ich kürze mal ein bisschen.“
Während der Trächtigkeit haben wir noch darauf geachtet, nicht einfach vom ersten Tag an riesige Mengen in den Napf zu schütten.
Jetzt sieht die Situation anders aus.
Die Milchproduktion braucht Energie und Nährstoffe.
Deshalb muss die Fütterung mit dem Bedarf mitgehen.
Und der kann sich während der Säugezeit noch einmal verändern.
Die Kitten werden größer.
Sie trinken mehr.
Die Milchleistung der Mutter verändert sich.
Eine einmal festgelegte Grammzahl für die gesamte Säugezeit wäre mir deshalb viel zu starr.
Und jetzt einfach Futter stehen lassen?
Das kann je nach Katze und verwendeter Fütterung praktisch funktionieren – aber ich würde daraus keine allgemeine Regel machen.
Bei Nassfutter kommen zum Beispiel Frische und Hygiene dazu.
Außerdem möchte ich zumindest ungefähr wissen, was die Katze tatsächlich aufnimmt.
Denn „da steht immer etwas“ und „sie frisst genug“ sind nicht dasselbe.
Mehrere Mahlzeiten über den Tag können gerade jetzt sehr sinnvoll sein.
Die Katze soll ihren hohen Bedarf decken können, ohne vor einer Portion zu sitzen, die aussieht, als hätte man für einen kleinen Tiger angerichtet.
Das Hauptfutter muss jetzt wirklich etwas können
In dieser Phase wird besonders deutlich, warum ich bei Katzenfutter nicht nur auf irgendeine schöne Prozentzahl auf der Dose schaue.
Die Mutter braucht eine Fütterung, die zu dieser außergewöhnlichen Belastung passt.
Energie.
Protein.
Mineralstoffe.
Vitamine.
Fette.
Die gesamte Ration muss stimmen.
Wer grundsätzlich noch unsicher ist, woran man ein gutes Katzenfutter erkennt, findet dazu meinen ausführlichen Ratgeber „Gutes Katzenfutter erkennen“.
Bei einer säugenden Katze kommt aber noch die entscheidende Frage hinzu:
Reicht diese Fütterung für ihre aktuelle Leistung?
Und genau deshalb schaue ich mir lieber die einzelne Katze an, als irgendeine Tabelle aus dem Internet weiterzureichen.
Deine Katzenmama frisst plötzlich riesige Mengen – oder baut trotz gutem Appetit ab?
Dann schick mir ihr Gewicht, das aktuelle Futter mit Tagesmenge, die Anzahl und das Alter der Kitten und kurz, wie sich Mutter und Nachwuchs entwickeln.
Ich schaue mir mit dir an, ob ihre aktuelle Fütterung zu dem passt, was ihr Körper gerade leisten muss.
Meine Beratung ist kostenlos.
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Wenn die Katzenmama trotz Fressen immer dünner wird
Ein bisschen Substanzverlust nach Trächtigkeit und Geburt ist etwas anderes als eine Katze, die sichtbar immer weiter abbaut.
Gerade bei einem großen Wurf kann der Körper enorm gefordert sein.
Deshalb würde ich jetzt nicht nur den Futternapf beobachten.
Schau die Katze an.
Fühl sie auch einmal an.
Werden Wirbelsäule und Hüftknochen plötzlich deutlich prominenter?
Verliert sie Gewicht?
Wirkt sie erschöpft?
Frisst sie zwar viel, kann ihren Zustand aber trotzdem nicht halten?
Dann ist „sie hat doch ständig Futter“ keine befriedigende Antwort.
Jetzt müssen wir überprüfen, was tatsächlich aufgenommen wird und ob Energie- und Nährstoffversorgung zur Leistung passen.
Ergänzungen: sinnvoll auswählen statt alles hineinschütten
Gerade in der Aufzuchtphase ist die Versuchung groß, möglichst viel zusätzlich zu geben.
Schließlich sollen Mutter und Kitten optimal versorgt sein.
Aber auch hier gilt:
Eine Ergänzung braucht einen Grund.
REiCO Knochen+ ist an dieser Stelle tatsächlich interessant. Reico ordnet es ausdrücklich unter anderem für trächtige und säugende Tiere ein und verbindet es mit der Versorgung in diesen intensiven Lebensphasen.
Das heißt für mich trotzdem nicht:
Dose auf und grundsätzlich zu jeder säugenden Katze geben.
Ich möchte vorher wissen, wie die Grundfütterung aussieht und was die Katze bereits bekommt.
Denn Ergänzungen sollen eine Ration gezielt ergänzen – nicht aus einem vernünftigen Futter einen Kräuter-Mineralstoff-Cocktail machen.
Die Mutter säugt – und trotzdem betrifft uns schon bald der Futternapf der Kitten
Am Anfang ist die Sache noch einfach.
Mama liefert.
Die Kitten trinken.
Aber das bleibt nicht so.
Irgendwann beginnt die Phase, in der die Kleinen neugierig werden und feste Nahrung kennenlernen.
Und dann merkt man ziemlich schnell, dass Kitten offenbar schon sehr früh individuelle Vorstellungen vom Essen entwickeln können.
Zwei hängen mit den Nasen im Teller.
Eines sitzt daneben.
„Nein danke, ich hätte gerne weiterhin Mama.“
Genau daraus entsteht unser eigener Ratgeber zum Absetzen und Übergang auf feste Nahrung.
Diese Trennung ist wichtig:
Eine säugende Mutterkatze ausreichend versorgen ist Thema eins.
Kitten an feste Nahrung gewöhnen ist Thema zwei.
Und ein Kitten, das tatsächlich in Wachstum und Gewicht zurückbleibt, ist noch einmal Thema drei.
Die Futtermenge bleibt nicht für immer so hoch
Auch das gehört zur Planung.
Der hohe Bedarf der Mutterkatze bleibt nicht dauerhaft auf diesem Niveau.
Sobald die Kitten zunehmend selbst fressen und weniger Milch brauchen, verändert sich auch die Belastung der Mutter.
Dann muss die Fütterung wieder mitgehen.
Sonst passiert irgendwann das Gegenteil:
Aus der stark geforderten Katzenmama wird eine Katze, die weiterhin die riesige Säuge-Ration bekommt, obwohl an der Milchbar längst deutlich weniger Betrieb herrscht.
Fütterung ist deshalb kein einmal ausgerechneter Wert.
Sie folgt der Lebensphase.
Trächtigkeit.
Geburt.
Säugezeit.
Absetzen.
Und anschließend wieder zurück zum normalen Bedarf der Mutter.
Nicht nur die Kitten sollen gut aus dieser Zeit herauskommen
Bei einem Wurf schaut verständlicherweise jeder auf die Kleinen.
Sind sie satt?
Nehmen sie zu?
Sind sie munter?
Dabei darf die Mutter nicht zur Nebensache werden.
Sie hat Trächtigkeit und Geburt hinter sich und produziert anschließend Nahrung für ihren Nachwuchs.
Mein Ziel wäre deshalb nicht:
Hauptsache, die Kitten wachsen.
Sondern:
Die Kitten entwickeln sich gut – und ihre Mutter bleibt dabei möglichst stabil und gut versorgt.
Das ist für mich eine vernünftige Aufzucht.
Du möchtest Mutter und Kitten nicht erst dann neu füttern, wenn etwas aus dem Ruder läuft?
Dann können wir die gesamte Situation anschauen: Futter der Mutter, aktuelle Menge, Zahl und Alter der Kitten, Gewichtsentwicklung und später den Übergang der Kleinen auf feste Nahrung.
So hast du einen Plan für die nächsten Wochen, statt bei jeder neuen Phase wieder bei null anzufangen.
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Häufige Fragen zur säugenden Katze
Wie viel Futter braucht eine säugende Katze?
Deutlich mehr als im normalen Erhaltungsbedarf. Eine einzige Grammangabe für alle Katzen wäre jedoch unseriös, weil unter anderem Gewicht, Futter, Anzahl und Alter der Kitten sowie Milchleistung den Bedarf beeinflussen.
Warum hat meine Katze beim Säugen ständig Hunger?
Milchproduktion benötigt viel Energie und Nährstoffe. Ein deutlich gesteigerter Appetit kann während der Säugezeit deshalb nachvollziehbar sein. Entscheidend ist, ob die Katze ihren Körperzustand halten kann und die Kitten ausreichend versorgt werden.
Wie oft sollte ich eine säugende Katze füttern?
Mehrere Mahlzeiten über den Tag können helfen, den erhöhten Bedarf zu decken. Wie die Fütterung konkret aufgeteilt wird, hängt auch vom verwendeten Futter und der einzelnen Katze ab.
Braucht eine säugende Katze Nahrungsergänzung?
Nicht automatisch. Zuerst sollte die gesamte Grundfütterung betrachtet werden. Ergänzungen sind dann sinnvoll, wenn sie einen konkreten Zweck erfüllen und zur übrigen Versorgung passen.
Wann beginnen die Kitten selbst zu fressen?
Der Übergang von Muttermilch zu fester Nahrung erfolgt schrittweise. Manche Kitten sind früh neugierig, andere brauchen länger. Deshalb behandeln wir das Absetzen bewusst als eigenes Thema.
Wann kann die Futtermenge der Mutter wieder reduziert werden?
Wenn die Kitten zunehmend selbst fressen und weniger gesäugt werden, sinkt die Belastung durch die Milchproduktion. Die Futtermenge sollte dann schrittweise wieder an den tatsächlichen Bedarf der Mutter angepasst werden.
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→ Kitten nimmt nicht zu – wenn die Katze nicht richtig wächst – wenn eines der Kitten bei Gewicht und Entwicklung zurückbleibt.
→ Gutes Katzenfutter erkennen – die Grundlage, wenn du die tägliche Fütterung beurteilen möchtest.
Den gerade erstellten Trächtigkeitsartikel und den Absetzartikel würde ich hier nach deren Veröffentlichung ebenfalls verlinken. Ich setze sie bewusst noch nicht als angeblich vorhandene Live-URLs ein.
Transparenz-Hinweis
Eine säugende Katze ist körperlich stark gefordert. Baut sie deutlich ab, frisst nicht ausreichend, wirkt schwach oder krank oder entwickeln sich die Kitten auffällig schlecht, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden. Dieser Beitrag ersetzt keine Diagnose.