Der Kot sieht eigentlich ganz normal aus.
Schöne geformte Pferdeäpfel.
Und trotzdem läuft danach braunes Wasser an den Hinterbeinen herunter.
Der Schweif ist verklebt. Die Beine sind dreckig. Im Winter klebt das Zeug im Fell und irgendwann steht man gefühlt öfter mit Schwamm und Wassereimer am Pferd als mit der Bürste.
Kotwasser beim Pferd ist nicht einfach dasselbe wie Durchfall.
Und wenn es ständig wiederkommt, würde ich mich auch nicht mit
„Das hat der halt.“
zufriedengeben.
Denn irgendwoher muss das Wasser kommen.
Kurz gesagt: Was ist Kotwasser beim Pferd?
Bei Kotwasser setzt das Pferd meist normal geformten Kot ab, zusätzlich tritt jedoch freie Flüssigkeit aus dem Darm aus. Genau das unterscheidet Kotwasser von klassischem Durchfall, bei dem der Kot selbst weich bis wässrig wird.
Die Ursachen können unterschiedlich sein. Fütterung, Raufutterqualität, Veränderungen der Darmflora, Stress und individuelle Faktoren können eine Rolle spielen. Die Ernährung hat erheblichen Einfluss auf die Mikroorganismen im Verdauungstrakt des Pferdes.
Deshalb gehört für mich bei einem Pferd mit wiederkehrendem Kotwasser der Blick in den Trog unbedingt dazu.
Kot normal – Hinterbeine trotzdem dreckig
Genau das macht Kotwasser manchmal so merkwürdig.
Man schaut auf den Haufen und denkt:
Sieht doch eigentlich gut aus.
Und hinten am Pferd sieht es überhaupt nicht gut aus.
Das freie Kotwasser läuft über Schweif und Beine und kann bei manchen Pferden so regelmäßig auftreten, dass Waschen schon zum Alltag gehört.
Das ist aber keine wirkliche Lösung.
Du bekommst damit das Pferd sauber.
Du weißt anschließend trotzdem nicht, warum das Kotwasser überhaupt entsteht.
„Das liegt bestimmt am Getreide.“
Vielleicht.
Vielleicht auch nicht.
Gerade beim Thema Kotwasser gibt es viele schnelle Erklärungen.
Getreide raus.
Heulage raus.
Dieses Zusatzfutter rein.
Jenes Pulver dazu.
Eine wissenschaftlich eindeutige einzelne Ursache für Kotwasser gibt es aber nicht. Auch die häufige Behauptung, Getreide sei die Ursache, lässt sich so pauschal nicht halten.
Deshalb würde ich nicht einfach irgendeinen Bestandteil aus dem Futterplan streichen.
Ich würde zuerst wissen wollen:
Was bekommt dieses Pferd tatsächlich jeden Tag?
Raufutter ist nicht einfach nur „Heu“
Bei einem Pferd mit Verdauungsproblemen würde ich immer auch beim Raufutter genauer hinschauen.
Nicht nur:
„Bekommt er Heu?“
Sondern:
Wie ist die Qualität?
Wie wird es gelagert?
Gab es einen Wechsel?
Wie viel bekommt das Pferd?
Wie lange sind die Fresspausen?
Denn Grobfutter ist die Grundlage der Pferdefütterung, und Qualität und Lagerung können seinen Nährwert und seine hygienische Qualität erheblich beeinflussen.
Ein empfindlicher Pferdedarm interessiert sich nämlich herzlich wenig dafür, dass auf dem Futterplan einfach nur „Heu“ steht.
Der Darm ist keine einfache Durchgangsröhre
Im Verdauungstrakt des Pferdes lebt eine riesige Gemeinschaft unterschiedlicher Mikroorganismen.
Besonders im Blind- und Dickdarm spielt die mikrobielle Fermentation eine entscheidende Rolle bei der Futterverwertung.
Und dieses System kann auf Veränderungen reagieren.
Fütterung hat dabei einen großen Einfluss auf die Zusammensetzung der Darmmikrobiota. Auch Stressfaktoren können Verdauung und Darmmikrobiota beeinflussen.
Genau deshalb finde ich bei wiederkehrendem Kotwasser die Frage interessant:
Was bringt diesen Darm immer wieder aus dem Gleichgewicht?
Dein Pferd hat immer wieder Kotwasser?
Dann würde ich nicht einfach den nächsten Eimer „für den Darm“ kaufen.
Erzähl mir lieber, wie dein Pferd gefüttert wird.
Welches Raufutter bekommt es? Gibt es Kraftfutter? Welche Ergänzungen stehen bereits im Futterraum? Seit wann besteht das Kotwasser und tritt es ständig oder nur phasenweise auf?
Dann schauen wir gemeinsam, wo sich in der Fütterung Ansatzpunkte finden und welche gezielte Unterstützung für die Verdauung sinnvoll sein kann.
Meine Beratung ist kostenlos.
Schreib mir einfach per WhatsApp oder über mein Kontaktformular.
Stress kann hinten sichtbar werden
Das finde ich beim Pferd besonders spannend.
Ein Stallwechsel.
Eine neue Herde.
Transport.
Turnier.
Veränderte Abläufe.
Und plötzlich verändert sich die Verdauung.
Das ist nicht bloß Einbildung: Stressfaktoren können das komplexe mikrobielle System im Verdauungstrakt beeinflussen; Kotwasser gehört zu den Verdauungsproblemen, die in diesem Zusammenhang beobachtet werden.
Deshalb würde ich bei Kotwasser nicht nur fragen:
„Was frisst er?“
Sondern auch:
„Wann passiert es?“
Manchmal ist genau diese Antwort ziemlich aufschlussreich.
Einfach Darmpulver drauf?
Das wäre wieder die schnelle Lösung.
Und du kennst inzwischen meine Meinung dazu.
Wenn im Futtertrog bereits Mineralfutter, Kräuter, Mash und mehrere Ergänzungen landen, würde ich nicht blind noch Nummer fünf dazustellen.
Es gibt gezielte Möglichkeiten, Verdauung, Darmmikrobiom, Darmschleimhaut und Nährstoffverwertung ernährungsphysiologisch zu unterstützen. Solche Ansätze werden auch bei aktuellen Ergänzungsfuttermitteln für Pferde verfolgt.
Aber zuerst möchte ich wissen, was das Pferd bereits bekommt.
Nicht möglichst viel in den Darm schütten. Sondern möglichst passend füttern.
Und was ist mit Mash?
Mash wird bei Verdauungsthemen gerne als erste Lösung genannt.
Aber „Kotwasser = Mash“ ist mir zu einfach.
Wenn die Ursache beziehungsweise die auslösenden Faktoren gar nicht betrachtet werden, ist ein zusätzliches Futtermittel eben zunächst genau das:
noch ein zusätzliches Futtermittel.
Viel interessanter finde ich die Gesamtration.
Raufutter.
Fresszeiten.
Kraftfutter.
Ergänzungen.
Veränderungen.
Stress.
Und natürlich das einzelne Pferd.
Mein Fazit: Saubere Beine sind noch kein gesunder Darm
Natürlich solltest du verklebte Hinterbeine und gereizte Haut sauber halten.
Aber wenn du immer wieder braune Spuren wegwäschst, beschäftigst du dich mit dem sichtbaren Ende des Problems.
Mich interessiert viel mehr, was vorher passiert.
Bei wiederkehrendem Kotwasser lohnt es sich deshalb, Fütterung, Raufutter, Verdauung und mögliche Stressfaktoren gemeinsam anzuschauen.
Nicht weil jedes Kotwasser automatisch vom Futter kommt.
Sondern weil der Verdauungstrakt des Pferdes eng mit dem verbunden ist, was täglich im Trog und in der Raufe landet.
Läuft bei deinem Pferd ständig Kotwasser die Beine herunter?
Dann schreib mir.
Sag mir kurz, seit wann das Problem besteht, ob der eigentliche Kot normal geformt ist, wann das Kotwasser besonders stark auftritt und was dein Pferd täglich bekommt.
Ich schaue mit dir auf die Fütterung und darauf, welche Unterstützung für Verdauung und Darm zu deinem Pferd passen könnte.
Nicht einfach den nächsten Darm-Eimer kaufen. Erst schauen, was dein Pferd wirklich braucht.
Meine Beratung ist kostenlos.
Alternativ kannst du mir über das Kontaktformular von TierfutterVital schreiben.
Häufige Fragen zu Kotwasser beim Pferd
Was ist der Unterschied zwischen Kotwasser und Durchfall beim Pferd?
Bei Kotwasser kann der eigentliche Kot normal geformt sein, während zusätzlich freie Flüssigkeit ausgeschieden wird. Bei Durchfall verändert sich dagegen die Konsistenz des Kotes selbst deutlich und wird weich bis wässrig.
Warum hat mein Pferd Kotwasser trotz normalem Kot?
Kotwasser kann verschiedene Einflussfaktoren haben. Unter anderem können Fütterung, Raufutter und Veränderungen oder Belastungen des Verdauungssystems eine Rolle spielen. Eine einzelne Ursache lässt sich nicht bei jedem Pferd festmachen.
Kann falsches Futter Kotwasser verursachen?
Die Fütterung hat großen Einfluss auf den Verdauungstrakt und die Darmmikrobiota des Pferdes. Daraus folgt aber nicht, dass bei jedem Pferd mit Kotwasser automatisch ein bestimmtes Futtermittel schuld ist. Deshalb sollte die gesamte Ration betrachtet werden.
Kann Stress beim Pferd Kotwasser auslösen?
Stress kann Verdauung und Darmmikrobiota beeinflussen. Deshalb lohnt sich besonders bei phasenweise auftretendem Kotwasser ein Blick darauf, ob es beispielsweise mit Transport, Stallwechsel, Herdenveränderungen oder anderen Belastungssituationen zusammenfällt.
Ist Getreide schuld an Kotwasser?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Die Forschung liefert keine Grundlage dafür, Getreide grundsätzlich als Hauptursache von Kotwasser zu bezeichnen.
Was kann ich meinem Pferd bei Kotwasser füttern?
Bevor etwas ergänzt wird, sollte die bestehende Ration einschließlich Raufutter, Kraftfutter und bereits verwendeter Ergänzungen betrachtet werden. Danach kann entschieden werden, ob eine gezielte ernährungsphysiologische Unterstützung von Verdauung und Darm sinnvoll ist.
Warum hat mein Pferd im Winter mehr Kotwasser?
Wenn Kotwasser saisonal auftritt, lohnt sich ein Vergleich: Was verändert sich im Winter bei Raufutter, Weidegang, Bewegung, Haltung, Wasseraufnahme und Stress? Statt allein die Jahreszeit verantwortlich zu machen, sollte nach konkreten Veränderungen gesucht werden.
Wann sollte Kotwasser abgeklärt werden?
Hält Kotwasser an, tritt es stark auf oder kommen Gewichtsverlust, Koliksymptome, Fressunlust, Durchfall oder andere Auffälligkeiten hinzu, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.