Der Wassernapf war schon immer da.

Natürlich hast du deine Katze auch mal trinken gesehen.

Aber neuerdings fällt es dir richtig auf.

Sie steht morgens am Napf. Später wieder. Abends schon wieder.

Und irgendwann denkst du:

Hat die eigentlich schon immer so viel getrunken?

Genau diese Frage ist wichtiger als irgendeine Zahl aus dem Internet.

Denn bei Katzen lässt sich die Wasseraufnahme nicht sinnvoll beurteilen, ohne gleichzeitig in den Futternapf zu schauen.

Eine Katze, die überwiegend Nassfutter frisst, nimmt bereits viel Flüssigkeit über ihre Nahrung auf. Bei viel Trockenfutter muss deutlich mehr Wasser separat aufgenommen werden. Auffällig wird es deshalb vor allem dann, wenn sich das Trinkverhalten deiner Katze deutlich verändert, obwohl ihre Fütterung weitgehend gleich geblieben ist.

Erst in den Futternapf schauen – dann auf den Wassernapf

Stell dir zwei Katzen vor.

Die eine bekommt überwiegend Nassfutter.

Die andere frisst hauptsächlich Trockenfutter.

Beide gehen unterschiedlich oft zum Wassernapf.

Das ist zunächst einmal überhaupt nicht überraschend.

Denn Nassfutter bringt bereits einen erheblichen Wasseranteil mit. Trockenfutter eben nicht.

Deshalb halte ich wenig von der Frage:

„Wie oft darf meine Katze am Tag trinken?“

Viel interessanter ist:

Was frisst sie – und hat sich etwas verändert?

Wenn du vor zwei Wochen von Nass- auf mehr Trockenfutter umgestellt hast und deine Katze seitdem häufiger am Wassernapf steht, haben wir einen ziemlich naheliegenden Zusammenhang.

Wenn sie dagegen seit Jahren dasselbe bekommt und plötzlich auffällig durstig wird, sieht die Sache anders aus.

„Sie trinkt viel“ – oder siehst du sie nur häufiger?

Auch das klingt banal, ist aber wichtig.

Vielleicht hast du den Wassernapf umgestellt und siehst deine Katze jetzt häufiger trinken.

Vielleicht steht ein neuer Trinkbrunnen mitten im Raum und du nimmst jede Benutzung wahr.

Oder du hast tatsächlich das Gefühl:

Der Napf ist viel schneller leer als früher.

Dann würde ich für ein paar Tage nicht raten, sondern beobachten.

Wie viel Wasser stellst du bereit?

Wie viel bleibt ungefähr übrig?

Welche weiteren Wasserstellen gibt es?

Und vor allem:

Wie sieht die Fütterung währenddessen aus?

So wird aus „irgendwie ziemlich viel“ eine Beobachtung, mit der man tatsächlich etwas anfangen kann.

Das Katzenklo verrät oft noch mehr

Wenn mehr Wasser in die Katze hineingeht, lohnt sich auch ein Blick darauf, was wieder herauskommt.

Musst du das Katzenklo häufiger reinigen?

Sind die Urinklumpen deutlich größer als früher?

Pinkelt deine Katze häufiger?

Das sind Informationen, die ich nicht getrennt vom Trinkverhalten betrachten würde.

Dasselbe gilt für andere Veränderungen:

Hat sie Gewicht verloren?

Frisst sie plötzlich auffällig viel oder wenig?

Erbricht sie häufiger?

Ist sie weniger aktiv?

Hat sich ihr Fell verändert?

Manchmal ist der Wassernapf nur das erste Detail, das uns überhaupt auffällt.

Trockenfutter und viel Trinken gehören zusammen – aber nicht automatisch

Eine Katze, die Trockenfutter bekommt, muss den fehlenden Wasseranteil der Nahrung anderweitig aufnehmen.

Das bedeutet aber nicht:

„Sie trinkt ja viel, also ist ausschließliches Trockenfutter automatisch optimal.“

Für mich gehört die Flüssigkeitsversorgung zur Beurteilung der gesamten Fütterung.

Wie viel Trockenfutter bekommt die Katze?

Wie viel Nassfutter?

Welche Mengen frisst sie tatsächlich?

Wie viel wiegt sie?

Wie alt ist sie?

Und passt das Ganze überhaupt zusammen?

Genau deshalb ist „Meine Katze trinkt viel“ für mich durchaus auch ein Fütterungsthema – nur eben keines, bei dem ich einfach irgendein Ergänzungsfuttermittel in den Napf werfen würde.

Du möchtest wissen, ob Futter und Flüssigkeitsaufnahme deiner Katze sinnvoll zusammenpassen?

Schreib mir Alter und Gewicht deiner Katze und was sie an einem normalen Tag tatsächlich frisst – Nassfutter, Trockenfutter und ungefähre Mengen. Dazu schreibst du mir einfach, was sich beim Trinken verändert hat.

Dann schaue ich mir die Fütterung mit dir gemeinsam an.

Meine Beratung ist kostenlos.

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Sollte ich jetzt einfach mehr Nassfutter geben?

Nicht automatisch.

Wenn eine Katze überwiegend Trockenfutter bekommt, kann es durchaus sinnvoll sein, die gesamte Fütterung einmal neu zu betrachten.

Aber ich würde nicht aufgrund eines plötzlich leeren Wassernapfs heute das komplette Futter austauschen.

Vor allem nicht bei einer Katze.

Wer schon einmal versucht hat, einer überzeugten Katze zu erklären, dass ab heute etwas völlig anderes im Napf liegt, kennt das Ergebnis vermutlich.

Die Katze gewinnt.

Wenn eine Umstellung sinnvoll ist, machen wir sie vernünftig und so, dass die Katze das neue Futter auch tatsächlich akzeptiert.

Dafür haben wir unseren eigenen Ratgeber zur Futterumstellung bei Katzen.

Wasser attraktiver machen – ohne großes Theater

Unabhängig vom Futter sollte frisches Wasser selbstverständlich immer verfügbar sein.

Manche Katzen mögen einen Trinkbrunnen.

Andere ignorieren das teuer gekaufte Designerstück vollständig und bevorzugen ihren stinknormalen Napf.

Auch mehrere Wasserstellen können sinnvoll sein.

Was funktioniert, entscheidet am Ende die Katze.

Nur eines würde ich nicht tun:

Wasser einschränken, weil dir die getrunkene Menge zu hoch vorkommt.

Der volle Napf ist nicht das Problem.

Interessant ist, warum er plötzlich so schnell leer wird.

Was ich bei einer Futterberatung wissen möchte

Wenn du mich wegen des Trinkverhaltens deiner Katze anschreibst, brauche ich keinen Roman.

Ein paar konkrete Angaben reichen:

Alter.

Gewicht.

Nassfutter oder Trockenfutter.

Welche Sorte.

Ungefähre Tagesmenge.

Seit wann sie mehr trinkt.

Und was dir sonst noch aufgefallen ist.

Damit lässt sich wesentlich mehr anfangen als mit:

„Meine Katze trinkt viel. Welches Futter soll ich kaufen?“

Denn vielleicht müssen wir am Futter etwas verändern.

Vielleicht auch nicht.

Und genau das möchte ich zuerst herausfinden.

Du möchtest die aktuelle Fütterung einmal komplett durchchecken lassen?

Dann schick mir einfach die Daten deiner Katze und ihr aktuelles Futter. Ich schaue mir an, wie Nassfutter, Trockenfutter, Futtermenge und Flüssigkeitsversorgung zusammenpassen und wo ich bei der Fütterung ansetzen würde.

Meine Beratung ist kostenlos.

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Häufige Fragen

Warum trinkt meine Katze plötzlich viel?

Eine veränderte Fütterung, insbesondere ein höherer Trockenfutteranteil, kann die sichtbare Wasseraufnahme erhöhen. Bleibt die Fütterung unverändert und steigt der Durst deutlich, sollte die Veränderung aufmerksam beobachtet werden.

Trinken Katzen bei Trockenfutter mehr?

Ja. Trockenfutter enthält wesentlich weniger Wasser als Nassfutter. Katzen mit hohem Trockenfutteranteil müssen deshalb einen größeren Teil ihrer Flüssigkeit separat aufnehmen.

Ist viel Trinken bei einer Katze automatisch schlimm?

Nein. Die sichtbare Trinkmenge hängt unter anderem von Futter, Umgebung und individuellen Gewohnheiten ab. Besonders interessant ist eine deutliche Veränderung gegenüber dem bisherigen Verhalten.

Soll ich meiner Katze weniger Wasser geben, wenn sie sehr viel trinkt?

Nein. Frisches Wasser sollte weiterhin frei zur Verfügung stehen. Eine auffällig gestiegene Wasseraufnahme sollte nicht durch Wasserentzug „korrigiert“ werden.

Ist Nassfutter besser für die Flüssigkeitsversorgung?

Nassfutter liefert bereits über die Nahrung viel Flüssigkeit. Ob und welches Nassfutter zur Katze passt, sollte trotzdem anhand der gesamten Fütterung beurteilt werden.

Kann ich meine Katze einfach auf Nassfutter umstellen?

Grundsätzlich kann die Fütterung verändert werden. Bei Katzen sollte eine Umstellung jedoch strukturiert erfolgen, insbesondere wenn sie neue Futtersorten nur schlecht akzeptieren.

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Transparenz-Hinweis

Deutlich gesteigerter oder anhaltender Durst kann auch gesundheitliche Ursachen haben. Besonders wenn zusätzlich vermehrtes Urinieren, Gewichtsverlust, Veränderungen des Appetits, Erbrechen, Schwäche oder andere Auffälligkeiten auftreten, sollte dies tierärztlich abgeklärt werden. Dieser Beitrag ersetzt keine Diagnose.