Hund durch Cortison zugenommen? Unsere Geschichte mit Sally – und was wir daraus gelernt haben
Ein persönlicher Erfahrungsbericht von Conny Bierling
Als ich dachte: „Nach dem Cortison wird das schon wieder.“
Es gibt Momente als Hundehalter, die vergisst man nicht.
Einer davon war der Tag, an dem Sally auf der Waage stand und fast 25 Kilogramm wog.
Dabei war sie früher immer ein aktiver Hund. Sie liebte lange Spaziergänge, war neugierig und immer vorne mit dabei. Doch während einer längeren Cortisonbehandlung veränderte sie sich Stück für Stück. Sie wurde schwerer, bewegte sich weniger und wirkte insgesamt träger.
Damals machte ich mir zunächst gar nicht so viele Sorgen.
Mir war bewusst, dass Cortison als Medikament den Appetit steigern und eine Gewichtszunahme begünstigen kann. Deshalb dachte ich ganz selbstverständlich:
„Sobald das Medikament abgesetzt ist, wird sich ihr Gewicht wieder normalisieren.“
Leider lag ich damit völlig daneben.
Auch Wochen nach dem Absetzen zeigte die Waage kaum Veränderungen. Und genau in diesem Moment begann für mich eine Reise, die deutlich länger und schwieriger werden sollte, als ich jemals erwartet hätte.
Warum ich diesen Artikel schreibe
Inzwischen begleite ich viele Hundehalter bei der Auswahl einer passenden Ernährung für ihren Hund.
Dabei höre ich immer wieder dieselben Sätze:
"Mein Hund bekommt schon weniger Futter."
"Ich habe schon alles ausprobiert."
"Er nimmt trotzdem einfach nicht ab."
Jedes Mal muss ich an Sally denken.
Denn genau so ging es mir damals ebenfalls.
Ich habe diesen Artikel deshalb nicht geschrieben, weil ich eine Wunderlösung gefunden hätte.
Ich schreibe ihn, weil ich weiß, wie frustrierend es ist, wenn man sich große Mühe gibt und trotzdem kaum Fortschritte sieht.
Vielleicht erkennst du dich oder deinen Hund in unserer Geschichte wieder.
Dann möchte ich dir Mut machen.
Nicht mit leeren Versprechen, sondern mit meinen Erfahrungen und dem Wissen, das ich in den vergangenen Jahren gesammelt habe.
Sallys Geschichte – viele Versuche, wenig Erfolg
Nachdem das Cortison abgesetzt worden war, wartete ich zunächst einfach ab.
Ich wollte Sally Zeit geben.
Doch aus Wochen wurden Monate.
Die Waage bewegte sich kaum.
Also begann ich zu überlegen, was ich verändern könnte.
Mein erster Gedanke war wahrscheinlich derselbe wie bei vielen anderen Hundehaltern:
Dann bekommt sie eben weniger Futter.
Also reduzierte ich die Futtermenge vorsichtig.
Als sich kaum etwas tat, reduzierte ich noch einmal.
Teilweise lag die Menge sogar unter dem errechneten Tagesbedarf.
Trotzdem passierte fast nichts.
Natürlich fragte ich mich irgendwann, ob ich etwas falsch machte.
Vielleicht war das Futter nicht geeignet?
Also begann ich selbst zu kochen.
Später stellte ich auf BARF um.
Danach probierte ich verschiedene hochwertige Futtersorten aus.
Jedes Mal hoffte ich, jetzt endlich die richtige Lösung gefunden zu haben.
Doch nach einer kurzen Anfangseuphorie war die Enttäuschung meist genauso groß wie zuvor.
Die Veränderungen waren minimal.
Von einer echten Gewichtsabnahme konnte keine Rede sein.
Rückblickend war genau das mein größter Denkfehler.
Ich suchte nach dem perfekten Futter.
Heute weiß ich:
Ein einzelnes Futter löst selten ein so komplexes Problem.
Warum Hunde unter Cortison häufig zunehmen können
Viele Hundehalter erleben während einer Cortisonbehandlung etwas Ähnliches.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sie ihren Hund falsch gefüttert haben.
Cortison kann verschiedene Vorgänge im Körper beeinflussen. Unter anderem kann es den Appetit steigern. Gleichzeitig bewegen sich viele Hunde während einer Erkrankung weniger als gewohnt. Beides zusammen kann dazu führen, dass das Gewicht langsam ansteigt.
Hinzu kommt, dass sich auch die Körperzusammensetzung verändern kann. Muskelmasse kann abnehmen, während Fettgewebe zunimmt. Das muss nicht bei jedem Hund passieren, kommt aber durchaus vor.
Wie stark sich diese Veränderungen zeigen, ist sehr unterschiedlich.
Manche Hunde nehmen kaum zu.
Andere legen innerhalb weniger Monate mehrere Kilogramm zu.
Deshalb sollte eine Gewichtszunahme immer individuell betrachtet und – insbesondere bei bestehenden Erkrankungen – gemeinsam mit dem behandelnden Tierarzt eingeordnet werden.
Das Gewicht verschwindet nach dem Absetzen oft nicht von allein
Das war für mich die größte Überraschung.
Ich hatte wirklich geglaubt, dass Sally nach dem Ende der Cortisonbehandlung automatisch wieder schlanker werden würde.
Doch genau das geschah nicht.
Heute erscheint mir das logisch.
Während der Monate zuvor hatten sich viele Dinge verändert.
Sally bewegte sich weniger.
Sie hatte an Kondition verloren.
Sie war insgesamt ruhiger geworden.
Und natürlich brachte sie deutlich mehr Gewicht mit sich herum als früher.
Das alles verschwindet nicht automatisch, nur weil das Medikament abgesetzt wird.
Genau deshalb reicht es häufig nicht aus, einfach abzuwarten.
Merkkasten
Wenn dein Hund nach einer Cortisonbehandlung nicht abnimmt, bedeutet das nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Oft spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle – und genau deshalb lohnt sich ein Blick auf das Gesamtbild.
Warum weniger Futter nicht automatisch zu weniger Gewicht führt
Nachdem ich die Futtermenge mehrfach reduziert hatte und sich auf der Waage trotzdem kaum etwas tat, begann ich an mir selbst zu zweifeln.
Vielleicht hatte ich mich verrechnet.
Vielleicht war ich doch nicht konsequent genug.
Oder Sally bekam irgendwo unbemerkt zusätzliche Kalorien.
Also kontrollierte ich alles noch einmal.
Ich wog jede Mahlzeit genau ab.
Leckerchen wurden reduziert oder in die Tagesration eingerechnet.
Beim Spaziergang gab es nichts "mal eben zwischendurch".
Trotzdem blieb der große Erfolg aus.
Heute weiß ich, dass genau an diesem Punkt viele Hundehalter aufgeben.
Nicht, weil sie zu wenig Einsatz zeigen, sondern weil sie das Gefühl haben, gegen eine Wand zu laufen.
Der größte Irrtum: „Dann bekommt er eben noch weniger.“
Wenn ein Hund zunimmt, erscheint die Lösung zunächst logisch:
Weniger Futter = weniger Gewicht.
Ganz so einfach ist es leider nicht.
Natürlich spielt die aufgenommene Energie eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig darf man aber nicht vergessen, dass der Körper eines Hundes keine einfache Rechenaufgabe ist.
Gerade nach einer längeren Erkrankung oder einer Cortisonbehandlung können viele Faktoren zusammenspielen.
Der Hund bewegt sich vielleicht weniger.
Es wurde Muskulatur abgebaut.
Der Energiebedarf hat sich verändert.
Oder die bisherige Fütterung passt einfach nicht mehr zur aktuellen Lebenssituation.
Deshalb ist mein Rat heute:
Nicht reflexartig immer weiter kürzen, sondern zuerst verstehen, warum der Hund nicht abnimmt.
Hungern war für mich keine Option
Ich gebe ehrlich zu:
Es gab Momente, in denen ich dachte:
"Vielleicht bekommt Sally einfach immer noch zu viel."
Ich hätte die Portion problemlos weiter verkleinern können.
Aber tief in meinem Inneren fühlte sich das nicht richtig an.
Ein Hund braucht schließlich nicht nur Kalorien.
Er braucht Eiweiß für die Muskulatur.
Vitamine.
Mineralstoffe.
Spurenelemente.
Essenzielle Fettsäuren.
Mein Ziel war nie, möglichst schnell eine kleinere Zahl auf der Waage zu sehen.
Ich wollte, dass Sally wieder Freude an Bewegung hat.
Dass sie fit bleibt.
Und dass sie trotz Gewichtsreduktion alles bekommt, was ihr Körper braucht.
Deshalb halte ich persönlich nichts davon, Hunde dauerhaft hungern zu lassen.
Praxistipp
Wenn dein Hund trotz reduzierter Futtermenge nicht abnimmt, solltest du nicht automatisch noch weniger füttern. Sinnvoller ist es, die gesamte Situation zu betrachten – idealerweise gemeinsam mit deinem Tierarzt oder einer erfahrenen Futterberatung.
Ich suchte nach dem perfekten Futter
Rückblickend war das wahrscheinlich mein zweiter großer Fehler.
Ich war überzeugt, irgendwo müsse es das eine Futter geben, mit dem Sally endlich abnimmt.
Also begann eine regelrechte Suche.
Ich kochte selbst.
Ich stellte auf BARF um.
Ich verglich Deklarationen.
Ich las Testberichte.
Ich beschäftigte mich mit Protein- und Fettgehalten.
Ich probierte hochwertige Futtersorten aus.
Nach jeder Umstellung war ich voller Hoffnung.
Doch nach einigen Wochen stellte ich fest:
Die Waage bewegte sich kaum.
Heute weiß ich:
Es gibt kein Futter, das Übergewicht allein verschwinden lässt.
Was ich erst viel später verstanden habe
Irgendwann hörte ich auf, ständig nach der nächsten Lösung zu suchen.
Stattdessen begann ich, Sally als Ganzes zu betrachten.
Nicht nur ihr Gewicht.
Sondern auch:
- Wie bewegt sie sich?
- Hat sie Freude am Spaziergang?
- Wie entwickelt sich ihre Muskulatur?
- Wie ist ihr Allgemeinzustand?
- Passt die aktuelle Futtermenge wirklich zu ihrem Alltag?
Dieser Perspektivwechsel hat vieles verändert.
Denn plötzlich ging es nicht mehr darum, möglichst schnell Gewicht zu verlieren.
Sondern darum, Sally langfristig wieder fitter zu machen.
Die Umstellung auf Reico
Erst später entschied ich mich, Sally auf Reico umzustellen.
Ich möchte dabei ganz bewusst eines betonen:
Reico war für Sally keine Wunderlösung.
Es gab keinen Zeitpunkt, an dem plötzlich innerhalb weniger Wochen mehrere Kilogramm verschwanden.
So etwas wäre auch unseriös zu behaupten.
Was ich beobachtet habe, war etwas anderes.
Die Zusammensetzung passte für Sally gut.
Gemeinsam mit einer individuell angepassten Futtermenge, regelmäßiger Bewegung und viel Geduld entwickelte sie sich Schritt für Schritt positiv.
Nicht schnell.
Aber kontinuierlich.
Genau das hat mich überzeugt.
Was aus meiner Sicht den Unterschied gemacht hat
Rückblickend war es nicht eine einzige Veränderung, sondern das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
- eine Ernährung, die zu Sally passte,
- eine passende Futtermenge,
- regelmäßige Bewegung,
- keine ständigen Futterwechsel,
- Geduld,
- konsequente Umsetzung.
Gerade der letzte Punkt wird häufig unterschätzt.
Viele Hundehalter wechseln das Futter bereits nach wenigen Wochen wieder, weil sie schnelle Ergebnisse erwarten.
Dabei braucht eine gesunde Gewichtsabnahme oft Zeit.
Jeder Hund ist anders
Diese Erkenntnis ist wahrscheinlich die wichtigste aus meiner gesamten Erfahrung.
Es gibt keine Fütterung, die für jeden Hund gleichermaßen funktioniert.
Ein junger, aktiver Border Collie hat andere Bedürfnisse als ein älterer Labrador.
Ein Hund mit Arthrose braucht eine andere Herangehensweise als ein Hund, der täglich mehrere Stunden ausgelastet wird.
Auch Faktoren wie Kastration, Alter, Muskelmasse oder Vorerkrankungen können den Energiebedarf beeinflussen.
Deshalb fällt meine Antwort auf die Frage:
"Wie viel soll mein Hund fressen?"
fast immer gleich aus:
"Das kommt auf deinen Hund an."
Vielleicht klingt das zunächst unbefriedigend.
Aber genau darin liegt der Schlüssel.
Nicht der Vergleich mit anderen Hunden bringt dich weiter, sondern der Blick auf deinen eigenen.
Woran ich gemerkt habe, dass wir auf dem richtigen Weg waren
Interessanterweise war die Waage gar nicht das Erste, was sich veränderte.
Sally lief plötzlich wieder längere Strecken.
Sie stand morgens leichter auf.
Sie wollte häufiger schnüffeln.
Sie spielte wieder mehr.
Das Geschirr saß lockerer.
Erst danach zeigte auch die Waage langsam niedrigere Werte.
Heute weiß ich:
Die Zahl auf der Waage ist wichtig – aber sie erzählt nie die ganze Geschichte.
Gerade Lebensfreude, Beweglichkeit und Wohlbefinden sind oft die ersten Anzeichen dafür, dass man auf dem richtigen Weg ist.
Typische Fehler beim Abnehmen – und was ich heute anders machen würde
Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, würde ich vieles genauso machen. Ich habe mich informiert, ausprobiert und nicht aufgegeben.
Ein paar Dinge würde ich allerdings anders angehen.
Nicht, weil sie falsch waren, sondern weil ich inzwischen weiß, dass sie mich unnötig Zeit, Geld und Nerven gekostet haben.
Vielleicht hilft dir genau das dabei, den gleichen Umweg zu vermeiden.
Fehler 1: Zu häufig das Futter wechseln
Immer wenn eine neue Futtersorte auf den Markt kam oder ich einen positiven Erfahrungsbericht gelesen hatte, dachte ich:
"Vielleicht ist das jetzt die Lösung."
Also wurde wieder umgestellt.
Heute weiß ich, dass ich Sally damit keinen Gefallen getan habe.
Eine Futterumstellung braucht Zeit. Der Körper muss sich anpassen und auch der Stoffwechsel reagiert nicht von heute auf morgen. Wer alle paar Wochen etwas Neues ausprobiert, kann kaum beurteilen, welche Veränderung tatsächlich einen Unterschied gemacht hat.
Mein Rat ist deshalb:
Wenn dein Hund das Futter gut verträgt und die Zusammensetzung überzeugt, gib ihm Zeit. Nicht jede Veränderung zeigt sich sofort auf der Waage.
Fehler 2: Nur auf die Waage schauen
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich Sally fast jede Woche gewogen habe.
War das Ergebnis unverändert, war ich enttäuscht.
Heute würde ich zusätzlich auf viele andere Dinge achten:
- Läuft mein Hund wieder leichter?
- Hat er mehr Ausdauer?
- Spielt er häufiger?
- Steht er morgens leichter auf?
- Ist die Taille wieder besser zu erkennen?
- Sitzt das Geschirr lockerer?
Gerade diese kleinen Veränderungen zeigen oft früher als die Waage, dass sich etwas zum Positiven entwickelt.
Fehler 3: Die Leckerchen unterschätzen
Das Hauptfutter wird oft grammgenau abgewogen.
Die kleinen Extras dagegen geraten schnell in Vergessenheit.
Ein Leckerchen nach dem Spaziergang.
Ein Stück Kaustange am Abend.
Eine Belohnung beim Training.
Vielleicht steckt auch ein Familienmitglied zwischendurch unbemerkt etwas zu.
Jede Kleinigkeit für sich scheint harmlos.
Zusammen kann daraus jedoch ein erheblicher Teil der täglichen Energieaufnahme werden.
Ich empfehle deshalb häufig, eine Woche lang wirklich alles aufzuschreiben, was der Hund bekommt. Nicht um ein schlechtes Gewissen zu machen, sondern um einen ehrlichen Überblick zu bekommen.
Merkkasten: Die häufigsten Kalorienfallen
Neben dem Hauptfutter spielen oft auch diese Dinge eine Rolle:
- Trainingsleckerlis
- Kauartikel
- Hundekekse
- Käse- oder Wurststücke
- Zahnpflegesnacks
- Futterreste vom Esstisch
- Belohnungen durch mehrere Personen
Gerade der letzte Punkt wird erstaunlich oft übersehen.
Fehler 4: Zu schnell Ergebnisse erwarten
Ich verstehe jeden, der möglichst rasch Veränderungen sehen möchte.
Mir ging es genauso.
Man investiert Zeit, informiert sich und stellt die Ernährung um. Dann hofft man, dass sich schon nach zwei oder drei Wochen etwas tut.
Bleibt der Erfolg aus, kommen Zweifel auf.
War die Entscheidung richtig?
Sollte ich doch wieder etwas anderes ausprobieren?
Heute würde ich gelassener bleiben.
Eine gesunde Gewichtsabnahme verläuft selten spektakulär. Sie besteht oft aus vielen kleinen Schritten, die sich erst über Wochen oder Monate bemerkbar machen.
Was sich bei Sally wirklich verändert hat
Als Sally langsam Gewicht verlor, fiel mir etwas auf.
Nicht die Waage machte mich glücklich.
Es waren die kleinen Momente.
Sie lief wieder voraus.
Sie blieb nicht mehr nach wenigen Minuten stehen.
Sie wollte längere Wege gehen.
Beim Spaziergang schaute sie mich wieder erwartungsvoll an, als wollte sie sagen:
"Komm, wir gehen noch ein Stück."
Genau das war für mich der eigentliche Erfolg.
Heute wiegt Sally rund 19 Kilogramm.
Natürlich freue ich mich über diese Zahl.
Viel wichtiger ist aber, dass sie wieder Freude an Bewegung hat.
Denn genau darum ging es mir von Anfang an.
Meine praktische Checkliste
Wenn mich heute jemand um Hilfe bittet, gehe ich Schritt für Schritt vor.
Nicht jede Frage trifft auf jeden Hund zu, aber sie hilft dabei, nichts Wichtiges zu übersehen.
Gesundheit
☐ Wurde der Hund tierärztlich untersucht?
☐ Gibt es Erkrankungen, die das Gewicht beeinflussen können?
☐ Nimmt der Hund Medikamente oder wurde kürzlich eine Behandlung beendet?
Ernährung
☐ Welche Futtersorte wird aktuell gefüttert?
☐ Wie groß sind die täglichen Portionen?
☐ Gibt es regelmäßige Leckerchen oder Kauartikel?
☐ Wurde die Futtermenge einmal objektiv nachgewogen?
Bewegung
☐ Wie aktiv ist der Hund tatsächlich?
☐ Hat sich sein Bewegungsverhalten in den letzten Monaten verändert?
☐ Gibt es Schmerzen oder Einschränkungen, die mehr Bewegung erschweren?
Alltag
☐ Wer füttert den Hund?
☐ Bekommt er von mehreren Personen Belohnungen?
☐ Hat sich der Tagesablauf verändert?
Schon diese Fragen liefern häufig wichtige Hinweise.
Wann ich Unterstützung sinnvoll finde
Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
Gerade wenn man sich seit Monaten intensiv mit dem Thema beschäftigt, hilft oft ein neutraler Blick von außen.
Das kann der Tierarzt sein.
Oder eine individuelle Futterberatung.
Nicht, weil jemand den einen Geheimtipp kennt.
Sondern weil Außenstehende häufig Dinge erkennen, die man selbst längst nicht mehr wahrnimmt.
Genau so arbeite ich heute auch.
Ich höre erst einmal zu.
Ich schaue mir den Hund, seine Vorgeschichte und seine Ernährung an.
Und erst dann überlegen wir gemeinsam, welche Veränderungen sinnvoll sein könnten.
Mein Fazit
Wenn ich eines aus Sallys Geschichte gelernt habe, dann dieses:
Es gibt selten die eine Ursache – und genauso selten die eine Lösung.
Übergewicht entsteht oft durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Deshalb sollte auch der Weg zurück zum Wohlfühlgewicht individuell sein.
Sally hat nicht abgenommen, weil ich plötzlich das perfekte Futter gefunden habe.
Sie hat Schritt für Schritt Gewicht verloren, weil schließlich viele Dinge zusammenpassten: eine für sie geeignete Ernährung, die richtige Futtermenge, regelmäßige Bewegung, Geduld und konsequentes Dranbleiben.
Wenn du gerade an einem ähnlichen Punkt stehst, möchte ich dir vor allem eines mitgeben:
Gib nicht zu früh auf.
Manchmal braucht der Körper einfach Zeit. Und manchmal hilft es, gemeinsam mit jemandem auf die Situation zu schauen, der den Blick von außen mitbringt.
Wenn du möchtest, unterstütze ich dich dabei – kostenlos und unverbindlich. Gemeinsam schauen wir uns die aktuelle Fütterung, den Alltag und die individuellen Bedürfnisse deines Hundes an. Denn jeder Hund ist anders – und genau so sollte auch seine Ernährung betrachtet werden.
Kann Cortison wirklich dazu führen, dass ein Hund zunimmt?
Ja. Eine Gewichtszunahme gehört zu den möglichen Begleiterscheinungen einer Cortisonbehandlung. Unter anderem können ein gesteigerter Appetit, weniger Bewegung durch die Grunderkrankung oder Veränderungen im Stoffwechsel eine Rolle spielen. Wie stark sich das auswirkt, ist jedoch von Hund zu Hund unterschiedlich.
Warum nimmt mein Hund nach dem Absetzen von Cortison nicht automatisch wieder ab?
Das habe ich mich bei Sally auch gefragt.
Ist ein Hund über längere Zeit schwerer geworden, verändert sich oft mehr als nur die Zahl auf der Waage. Weniger Bewegung, ein geringerer Muskelanteil oder neue Gewohnheiten können dazu beitragen, dass das Gewicht zunächst bestehen bleibt.
Sollte ich einfach immer weniger füttern?
Aus meiner Sicht: nein.
Natürlich muss die Futtermenge zum Energiebedarf passen. Eine dauerhafte Unterversorgung ist jedoch keine sinnvolle Lösung. Ziel sollte immer sein, den Hund bedarfsgerecht zu ernähren und gleichzeitig Schritt für Schritt ein gesundes Gewicht zu erreichen.
Ist BARF besser zum Abnehmen?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten.
Ich habe Sally zeitweise ebenfalls gebarft. Trotzdem nahm sie kaum ab. Entscheidend ist nicht die Fütterungsmethode allein, sondern ob sie zum jeweiligen Hund passt und richtig umgesetzt wird.
Gibt es das perfekte Diätfutter?
Meiner Erfahrung nach nicht.
Es gibt hochwertige Futtersorten, die einen Hund auf dem Weg zum Wunschgewicht unterstützen können. Entscheidend ist jedoch immer das Gesamtpaket aus Ernährung, Futtermenge, Bewegung und Geduld.
Wie lange dauert eine gesunde Gewichtsabnahme?
Das lässt sich nicht verallgemeinern.
Bei manchen Hunden zeigen sich schon nach wenigen Wochen erste Veränderungen, bei anderen dauert es deutlich länger. Wichtig ist, nicht nur auf die Waage zu schauen, sondern auch auf Beweglichkeit, Kondition und Lebensfreude.
Wenn dein Hund nach einer Cortisonbehandlung zugenommen hat, musst du diesen Weg nicht allein gehen.
Aus meiner Erfahrung haben sich diese Punkte besonders bewährt:
- Nicht in Panik verfallen und nicht jede Woche das Futter wechseln.
- Die Futtermenge regelmäßig überprüfen, aber den Hund nicht hungern lassen.
- Leckerchen und Kauartikel ehrlich mit einrechnen.
- Bewegung an Alter und Gesundheitszustand anpassen.
- Geduldig bleiben – nachhaltige Veränderungen brauchen Zeit.
- Den Hund immer individuell betrachten.
Wenn ich heute auf Sallys Geschichte zurückblicke, bin ich fast dankbar für diese Erfahrung.
Nicht, weil die Zeit einfach war.
Sondern weil sie mir gezeigt hat, wie komplex Hundeernährung tatsächlich sein kann.
Früher hätte ich gedacht:
Zu dicker Hund = weniger Futter.
Heute weiß ich, dass die Realität deutlich vielschichtiger ist.
Jeder Hund bringt seine eigene Geschichte mit. Alter, Bewegung, Gesundheit, Medikamente und Ernährung greifen ineinander. Deshalb gibt es aus meiner Sicht keine Patentlösung.
Sally hat nicht deshalb abgenommen, weil ich irgendwann "das richtige Futter" gefunden habe.
Sie hat abgenommen, weil wir Schritt für Schritt viele kleine Dinge verändert haben. Die Ernährung passte besser zu ihr. Die Futtermenge wurde individuell angepasst. Wir blieben konsequent, hatten Geduld und freuten uns über jeden kleinen Fortschritt.
Heute wiegt Sally rund 19 Kilogramm.
Doch wenn du mich fragst, worüber ich mich am meisten freue, dann ist es nicht diese Zahl.
Es ist die Freude, mit der sie wieder spazieren geht.
Es ist ihr Blick, wenn sie ihre Leine sieht.
Es ist ihre Neugier.
Und es ist das Gefühl, dass sie ihren Alltag wieder genießen kann.
Genau das war mein Ziel.
Nicht eine bestimmte Zahl auf der Waage.
Sondern mehr Lebensqualität.
Jeder Hund ist anders.
Deshalb schaue ich mir bei einer Futterberatung nicht nur die Futtersorte an, sondern den gesamten Hund: seine Vorgeschichte, seinen Alltag, seine Bewegung und seine individuellen Bedürfnisse.
Wenn du unsicher bist, ob die aktuelle Fütterung zu deinem Hund passt oder warum er trotz aller Bemühungen nicht abnimmt, unterstütze ich dich gerne.
Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich.
Gemeinsam schauen wir uns die Situation in Ruhe an und überlegen, welche Schritte sinnvoll sein könnten – ohne unrealistische Versprechen und ohne Standardlösungen.