Gestern war noch nichts.
Heute kommt deine Katze von draußen, setzt sich hin und putzt.
Und putzt.
Dann wird an einer Pfote geknabbert.
Kurz am Bauch geleckt.
Wieder gekratzt.
Und irgendwann denkt man:
Was um Himmels willen juckt diese Katze plötzlich so?
Gerade im Spätsommer und Herbst gibt es einen kleinen orangefarbenen Verdächtigen, den man leicht übersieht:
die Herbstgrasmilbe.
Genauer gesagt sind es ihre Larven. Sie sitzen draußen in Gras und niedriger Vegetation und gelangen beim Herumstreifen auf die Katze. Dort können sie einen ziemlich heftigen Juckreiz auslösen. Typisch sind vor allem Körperstellen, die beim Laufen, Liegen und Schnuppern Kontakt mit Boden und Pflanzen haben.
Das Gemeine daran:
Die Katze merkt sie unter Umständen deutlich früher als du.
Erst einmal die Pfoten anschauen
Wenn eine Freigängerkatze plötzlich intensiv an ihren Pfoten leckt, würde ich im Spätsommer tatsächlich einmal genauer hinschauen.
Besonders interessant sind:
- Pfoten und Zehenzwischenräume
- Beine
- Bauch und Brust
- Kopf und Nasenrücken
- Ohrränder
Genau diese Bereiche nennt auch ESCCAP als typische Befallsstellen.
Manchmal sieht man kleine orange- bis rostrote Pünktchen auf der Haut.
Manchmal sieht man aber auch:
gar nichts.
Außer einer Katze, die offensichtlich der Meinung ist, dass diese Pfote SOFORT weg muss.
Deshalb würde ich Herbstgrasmilben nicht allein danach beurteilen, ob du die Larven mit bloßem Auge findest.
Warum taucht das ausgerechnet jetzt auf?
Der Name verrät es schon ein bisschen.
Herbstgrasmilben beziehungsweise ihre Larven treten saisonal auf. ESCCAP beschreibt ihre Aktivität etwa von Mai bis Oktober, besonders auffällig werden sie im Spätsommer und Herbst.
Für Freigänger ist das natürlich ausgesprochen praktisch.
Man müsste der Katze lediglich erklären:
„Bitte bis Oktober keine Wiese, keinen Garten und möglichst auch kein Gebüsch.“
Viel Erfolg dabei.
Die Larven warten draußen in der Vegetation und gelangen von dort auf ihren Wirt. Deshalb kann eine Katze morgens völlig unauffällig aus dem Haus gehen und später anfangen, sich auffällig zu putzen und zu kratzen.
Gerade diese Kombination macht mich aufmerksam:
passende Jahreszeit + Freigang + plötzlich neuer Juckreiz + typische Körperstellen.
Die orangefarbenen Punkte sind winzig
Die Larven sind nur ungefähr 0,3 bis 0,4 Millimeter groß.
Durch ihre orange bis rostrote Färbung können sie bei stärkerem Befall trotzdem auffallen.
Wenn deine Katze mitmacht, kannst du deshalb Fell und Haut an den verdächtigen Stellen vorsichtig auseinanderziehen und nachsehen.
Aber bitte nicht in die nächste Falle tappen:
Keine Punkte gefunden = keine Herbstgrasmilben.
So einfach ist es leider nicht.
Viel wichtiger ist das Gesamtbild.
Seit wann kratzt sich die Katze?
Wo?
Ist sie draußen unterwegs?
Sind Hautstellen gerötet?
Leckt sie immer wieder dieselben Bereiche?
Und passt der Zeitpunkt zur Saison?
Warum jucken Herbstgrasmilben so stark?
Die Larven sitzen vorübergehend auf ihrem Wirt und ernähren sich dort. Dabei können ihre Speichelbestandteile eine starke Hautreaktion hervorrufen.
Die Katze reagiert darauf mit Kratzen, Lecken und Putzen.
Und daraus kann schnell das nächste Problem entstehen.
Nicht unbedingt die winzige Larve selbst verursacht die größte sichtbare Stelle.
Die Katze erledigt das manchmal ganz alleine.
Aus Juckreiz wird Lecken.
Aus Lecken wird Knabbern.
Und irgendwann ist die Haut rot, das Fell dünner oder die Stelle bereits aufgekratzt.
ESCCAP beschreibt bei stärkerem Befall ebenfalls Rötungen, entzündete beziehungsweise aufgekratzte Haut und kahle Bereiche.
Die Milbe kann schon weg sein – der Juckreiz noch nicht
Das finde ich für Katzenhalter besonders wichtig.
Die Larven bleiben nicht dauerhaft auf der Katze. Nach einigen Tagen verlassen sie ihren Wirt wieder und setzen ihre Entwicklung in der Umwelt fort.
Das bedeutet aber nicht zwangsläufig:
Larve weg.
Katze hört sofort auf zu kratzen.
Die Haut kann weiterhin gereizt sein.
Und wenn die Katze bereits intensiv daran gearbeitet hat, haben wir möglicherweise inzwischen ein Hautproblem, obwohl der ursprüngliche Besucher längst verschwunden ist.
Genau deshalb schaue ich bei solchen Themen nicht nur auf den Auslöser.
Ich schaue auch darauf, wie es der Haut danach geht.
Deine Katze leckt, knabbert oder kratzt sich plötzlich auffällig?
Dann schreib mir kurz, wo sie sich besonders bearbeitet, seit wann das angefangen hat, ob sie Freigänger ist und was du an Haut und Fell erkennen kannst.
Ich schaue mit dir darauf, wie ihre Haut grundsätzlich versorgt ist und ob wir sie über Fütterung und passende Unterstützung sinnvoll begleiten können.
Meine Beratung ist kostenlos.
Haut und Fütterung meiner Katze per WhatsApp besprechen
Über mein Kontaktformular schreiben
Was kannst du draußen überhaupt dagegen machen?
Bei einer Freigängerkatze sind die Möglichkeiten naturgemäß begrenzt.
Bekannte stark belastete Flächen möglichst meiden?
Theoretisch wunderbar.
Praktisch entscheidet die Katze über ihr Revier meistens selbst.
Im eigenen Garten sieht es etwas besser aus. ESCCAP nennt unter anderem kurz gehaltenen Rasen und das Meiden bereits bekannter belasteter Bereiche als mögliche Maßnahmen.
Besonders hilfreich finde ich deshalb eine ganz einfache Sache:
Merk dir, wann und wo das Problem auftritt.
Wenn deine Katze jedes Jahr ungefähr zur gleichen Zeit mit denselben Beschwerden nach Hause kommt, ist das eine wertvolle Information.
Dann erwischt dich der nächste Spätsommer nicht mehr völlig unvorbereitet.
Bitte nicht die Hausapotheke über der Katze auskippen
Wenn etwas juckt, beginnt online sehr schnell die große Hausmittelparade.
Öl.
Essig.
Irgendeine selbst gemischte Tinktur.
Ein Mittel, das beim Hund angeblich fantastisch funktioniert.
Genau da wäre ich bei einer Katze ausgesprochen vorsichtig.
Katzen putzen sich intensiv. Was auf Fell und Haut landet, kann deshalb anschließend auch im Katzenmaul landen.
Und Hund ist nicht Katze.
Das gilt für Hausmittel genauso wie für Pflegeprodukte.
Ich würde deshalb nichts auf Verdacht anwenden, nur weil irgendwo „natürlich“ daraufsteht.
Natürlich bedeutet nicht automatisch:
für Katzen geeignet.
Was hat das Futter mit Herbstgrasmilben zu tun?
Jetzt kommt die wichtige Trennung:
Die Herbstgrasmilbe kommt nicht aus dem Futternapf.
Und wir können sie auch nicht wegfüttern.
Wenn eine Katze Herbstgrasmilben aus einer Wiese mitbringt, beseitigt ein anderes Katzenfutter diesen Befall nicht.
Trotzdem kann die Ernährung interessant werden.
Denn die Haut ist nicht nur die Stelle, an der es gerade juckt. Sie besitzt eine natürliche Barriere und braucht für ihre normale Funktion eine passende Nährstoffversorgung.
Gerade wenn eine Katze ohnehin zu empfindlicher, trockener oder gereizter Haut neigt, würde ich deshalb auch ihre Grundfütterung und Hautversorgung anschauen.
Dafür gibt es bei Reico Möglichkeiten, die Haut ernährungsbedingt gezielt zu unterstützen.
Welche davon zu deiner Katze passt, hängt aber von ihrer gesamten Fütterung und Hautsituation ab.
Und genau deshalb nenne ich hier nicht einfach irgendein Produkt nach dem Motto:
Juckreiz = Dose X.
So funktioniert eine vernünftige Beratung für mich nicht.
Herbstgrasmilbe oder doch etwas ganz anderes?
Nur weil September ist, hat natürlich nicht jede juckende Katze Herbstgrasmilben.
Auch andere Parasiten und Hautprobleme können Juckreiz verursachen.
Und eine Katze kann sich sogar aus ganz anderen Gründen ständig putzen oder kahl lecken.
Deshalb finde ich die Kombination der Hinweise wichtiger als ein einzelnes Symptom.
Eine Freigängerkatze, die mitten im Spätsommer plötzlich intensiv an Pfoten und Bauch arbeitet, passt deutlich besser ins Bild als eine reine Wohnungskatze, die seit sechs Monaten dieselbe kahle Stelle leckt.
Beide Katzen haben ein Problem.
Aber sehr wahrscheinlich nicht dasselbe.
Genau deshalb haben wir das Thema „Katze leckt sich kahl und putzt sich ständig“ bewusst als eigenen Ratgeber.
Sind Herbstgrasmilben ansteckend?
Hier gibt es wenigstens eine angenehme Nachricht.
Die Larven werden aus der Umwelt aufgenommen. Herbstgrasmilben werden normalerweise nicht direkt von Katze zu Katze übertragen.
Auch Menschen können von den Larven betroffen sein.
Aber ebenfalls durch den Kontakt mit einer belasteten Umgebung – nicht, weil die Katze anschließend wie ein kleines Milben-Taxi durch das Wohnzimmer fährt.
Du musst also nicht automatisch sämtliche Tiere des Haushalts behandeln, nur weil eine Katze betroffen ist.
Wenn es jedes Jahr wiederkommt
Dann würde ich aus der Beobachtung einen kleinen Vorsprung machen.
Notier dir:
Wann hat es angefangen?
Welche Körperstellen waren betroffen?
Wo war deine Katze vorher unterwegs?
Wie lange hat der Juckreiz angehalten?
Und wie sah ihre Haut danach aus?
Das klingt banal.
Aber beim nächsten Mal hast du plötzlich einen Vergleich.
Statt:
„Hat sie sich letztes Jahr um diese Zeit nicht auch so gekratzt?“
weißt du:
Doch.
Ende August.
Pfoten und Bauch.
Nach den Ausflügen auf die Wiese.
Und dann kannst du viel früher reagieren.
Deine Katze hat ohnehin empfindliche Haut und im Spätsommer eskaliert das Putzen regelmäßig?
Dann würde ich nicht jedes Jahr warten, bis Fell fehlt oder die Haut bereits gereizt ist.
Schick mir Alter, Gewicht, aktuelle Fütterung und kurz, was bei Haut und Fell immer wieder auffällt.
Dann schaue ich mit dir auf die Grundversorgung deiner Katze und darauf, welche Unterstützung für Haut und Fell bei ihr tatsächlich sinnvoll sein könnte.
Meine Beratung ist kostenlos.
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Häufige Fragen zu Herbstgrasmilben bei Katzen
Wie erkenne ich Herbstgrasmilben bei meiner Katze?
Typisch sind plötzlich auftretender Juckreiz, intensives Putzen, Lecken oder Kratzen. Besonders verdächtig sind im Spätsommer und Herbst Beschwerden an Pfoten, Beinen, Bauch oder anderen bodennahen Körperstellen. Teilweise sind winzige orangefarbene Larven sichtbar.
Wo sitzen Herbstgrasmilben bei Katzen besonders häufig?
Häufig betroffen sind Pfoten und Zehenzwischenräume, Beine, Brust und Bauch. Auch Kopf, Nasenrücken und Ohrränder können befallen sein.
Wann ist Herbstgrasmilben-Saison?
Die Larven können ungefähr von Mai bis Oktober aktiv sein. Besonders häufig fallen Probleme im Spätsommer und Herbst auf.
Sind Herbstgrasmilben von Katze zu Katze ansteckend?
Nein. Die Larven werden normalerweise direkt aus der Umwelt aufgenommen und nicht von einer Katze auf die nächste übertragen.
Können Herbstgrasmilben auch Wohnungskatzen bekommen?
Ohne Kontakt zu belasteten Außenbereichen sind Herbstgrasmilben deutlich weniger naheliegend. Bei einer reinen Wohnungskatze mit Juckreiz würde ich deshalb auch andere Ursachen in Betracht ziehen.
Kann Futter gegen Herbstgrasmilben helfen?
Nein. Futter verhindert keinen Befall und beseitigt keine Herbstgrasmilben. Eine bedarfsgerechte Ernährung kann aber die normale Hautfunktion und Hautbarriere unterstützen. Welche ernährungsbedingte Unterstützung für deine Katze sinnvoll ist, hängt von ihrer individuellen Situation ab.
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Wenn du die Grundfütterung deiner Katze einmal genauer anschauen möchtest.
Nach Veröffentlichung des bereits erstellten Artikels „Katze leckt sich kahl / putzt sich ständig“ gehört er hier als dritter Link hinein.
Transparenz-Hinweis
Starker oder anhaltender Juckreiz kann unterschiedliche Ursachen haben. Bei offenen, entzündeten oder nässenden Hautstellen, sehr starkem Juckreiz oder wenn unklar ist, was hinter den Beschwerden steckt, sollte die Ursache fachlich abgeklärt werden. Dieser Beitrag ersetzt keine Diagnose.