„Nur dieses eine Leckerli wird doch nichts ausmachen.“
Doch.
Genau das kann bei einer Ausschlussdiät das Problem sein.
Aktuell begleite ich selbst einen Hund bei einer Ausschlussdiät. Wir stehen noch ganz am Anfang – deshalb gibt es hier auch noch keine schöne Erfolgsgeschichte und keinen Auslöser, den ich dir präsentieren könnte.
Aber eines zeigt sich schon jetzt sehr deutlich:
Konsequenz ist entscheidend.
Denn eine Ausschlussdiät bedeutet nicht einfach, eine andere Futtersorte in den Napf zu füllen.
Das Leckerli beim Training.
Der Kauartikel am Abend.
Der Käse mit der Tablette.
Ein Stück Wurst vom Tisch.
Das „nur ganz kleine Stück“ vom Nachbarn.
Wenn wir herausfinden wollen, ob dein Hund auf einen Bestandteil seiner Nahrung reagiert, müssen wir wissen, was tatsächlich in diesem Hund landet.
Und zwar wirklich alles.
Was ist eine Ausschlussdiät beim Hund?
Bei einer Ausschlussdiät – auch Eliminationsdiät genannt – bekommt der Hund über einen festgelegten Zeitraum ausschließlich eine gezielt ausgewählte Nahrung. Bestandteile, auf die der Hund zuvor möglicherweise reagiert hat, werden konsequent ausgeschlossen. Bessern sich die Beschwerden, können anschließend einzelne Bestandteile kontrolliert wieder eingeführt werden.
Eine Ausschlussdiät ist deshalb etwas völlig anderes als:
„Ich probiere jetzt mal ein anderes Futter.“
Wer innerhalb weniger Wochen zwischen Huhn, Lamm, Pferd, Insekten und verschiedenen Snacks hin- und herwechselt, hat am Ende zwar vieles gefüttert – weiß aber möglicherweise noch immer nicht, was der Hund tatsächlich verträgt.
Eine Ausschlussdiät soll genau dieses Durcheinander vermeiden.
Wann kann eine Ausschlussdiät beim Hund sinnvoll sein?
Eine Ausschlussdiät kann sinnvoll sein, wenn der Verdacht besteht, dass bestimmte Futterbestandteile an wiederkehrenden Beschwerden beteiligt sind. Sie dient dazu, mögliche Futtermittelreaktionen systematisch einzugrenzen.
Typische Beschwerden, bei denen irgendwann auch die Fütterung in den Fokus geraten kann, sind beispielsweise:
- wiederkehrender Juckreiz
- ständiges Pfotenlecken oder Pfotenknabbern
- wiederkehrende Hautprobleme
- Probleme an den Ohren
- weicher Kot oder Durchfall
- Blähungen
- wiederkehrende Verdauungsbeschwerden
Wichtig ist aber:
Juckreiz bedeutet nicht automatisch Futtermittelallergie.
Und auch Durchfall oder Pfotenlecken können viele andere Ursachen haben.
Wenn dein Hund sich ständig kratzt, findest du deshalb zunächst weitere mögliche Ursachen in meinem Ratgeber Juckreiz beim Hund – Ursachen erkennen und sinnvoll helfen.
Leckt oder knabbert dein Hund vor allem an seinen Pfoten, hilft dir auch mein Artikel Pfoten lecken beim Hund – Ursachen erkennen weiter.
Was darf mein Hund bei einer Ausschlussdiät fressen?
Während einer Ausschlussdiät bekommt dein Hund ausschließlich die vorher festgelegte Nahrung. Welche Fütterung dafür geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, was dein Hund bisher gefressen hat und welche Bestandteile gezielt ausgeschlossen werden sollen.
Und genau hier beginnt für mich die eigentliche Arbeit.
Denn bevor ich über ein geeignetes Futter nachdenke, möchte ich wissen:
Was hat der Hund bisher alles bekommen?
Nicht nur das Hauptfutter.
Auch:
Welche Fleischsorten?
Welche Leckerlis?
Welche Kauartikel?
Welche Ergänzungsfuttermittel?
Welche Snacks?
Welche Tischreste?
Womit werden Medikamente gegeben?
Gab es in den vergangenen Monaten häufige Futterwechsel?
Je genauer wir die bisherige Fütterung kennen, desto sinnvoller lässt sich die Ausschlussdiät planen.
Einfach irgendein Futter mit der Aufschrift „sensitiv“ zu kaufen, ist noch keine strukturierte Ausschlussdiät.
Was darf mein Hund während der Ausschlussdiät NICHT bekommen?
Alles, was nicht Bestandteil des festgelegten Futterplans ist, kann die Aussagekraft einer Ausschlussdiät beeinträchtigen. Deshalb müssen auch Leckerlis, Kauartikel, Tischreste und andere vermeintlich kleine Extras berücksichtigt werden.
Und genau daran scheitert es im Alltag schnell.
Der Hund bekommt sein sorgfältig ausgewähltes Futter – aber zusätzlich:
- einen Kauknochen
- Trainingsleckerlis
- einen Zahnpflegesnack
- etwas Käse
- Wurst für die Tablette
- einen Rest vom Frühstück
- einen Snack bei Freunden
- „nur ein kleines Stückchen“ unterwegs
Das Problem ist nicht dieses eine Stückchen an sich.
Das Problem ist:
Wenn Beschwerden auftreten oder nicht verschwinden, wissen wir anschließend nicht mehr sicher, woran es lag.
Eine Ausschlussdiät braucht deshalb auch die Mitarbeit der Menschen rund um den Hund.
Familie, Hundesitter, Nachbarn und gegebenenfalls Hundeschule sollten wissen:
Bitte nichts zusätzlich füttern.
Darf mein Hund während einer Ausschlussdiät Leckerlis bekommen?
Ja – aber nur, wenn sie zum festgelegten Konzept der Ausschlussdiät passen. Ein beliebiges Leckerli zusätzlich zum Diätfutter kann Bestandteile enthalten, die eigentlich ausgeschlossen werden sollten.
Gerade beim Training ist „gar keine Belohnung mehr“ natürlich keine besonders praktische Lösung.
Deshalb sollte schon bei der Planung überlegt werden, wie der Hund während dieser Zeit belohnt werden kann, ohne ständig neue Futterbestandteile hineinzubringen.
Das ist einer der Punkte, die ich bei meiner Beratung direkt mit berücksichtige.
Wie lange dauert eine Ausschlussdiät beim Hund?
Eine Ausschlussdiät ist keine Sache von ein paar Tagen. Je nach Ausgangslage und Beschwerden wird sie über mehrere Wochen konsequent durchgeführt. Reico beschreibt für die Eliminationsdiät einen Zeitraum von etwa 8 bis 12 Wochen.
Gerade Hautbeschwerden verschwinden nicht zwangsläufig innerhalb weniger Tage.
Deshalb bringt dieses Vorgehen wenig:
Montag neues Futter.
Freitag kratzt sich der Hund noch.
Samstag nächstes Futter.
So lässt sich kaum beurteilen, was tatsächlich passiert.
Während einer Ausschlussdiät lohnt es sich deshalb, den Verlauf zu dokumentieren.
Zum Beispiel:
- Juckreiz
- Pfotenlecken
- Hautzustand
- Ohren
- Kot
- Blähungen
- Erbrechen
- allgemeines Wohlbefinden
Nicht jede Veränderung muss vom Futter kommen.
Aber ohne Dokumentation verlässt man sich nach mehreren Wochen schnell auf das eigene Gefühl.
Du möchtest eine Ausschlussdiät machen, weißt aber nicht, womit du anfangen sollst?
Schick mir, was dein Hund aktuell frisst, welche Leckerlis und Kauartikel er bekommt und welche Beschwerden ihr abklären möchtet.
Dann können wir zuerst sortieren, was dein Hund bisher tatsächlich gefressen hat und welche Fütterung für eine strukturierte Ausschlussdiät sinnvoll sein könnte.
Meine Beratung ist kostenlos.
Ausschlussdiät mit per WhatApp Conny planen
Alternativ kannst du mir über mein Kontaktformular schreiben.
Wann merke ich, ob die Ausschlussdiät funktioniert?
Entscheidend ist, ob sich die Beschwerden während der konsequenten Ausschlussphase verändern. Eine Besserung kann einen Hinweis auf eine Futtermittelreaktion liefern – sie sagt aber noch nicht automatisch, welcher einzelne Bestandteil der Auslöser war.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Angenommen, dein Hund bekommt vorher fünf verschiedene tierische Proteinquellen, diverse Snacks und Kauartikel.
Während der Ausschlussdiät verschwinden die Beschwerden.
Dann wissen wir:
Die Fütterung könnte tatsächlich eine Rolle gespielt haben.
Wir wissen aber noch nicht automatisch:
„Huhn war schuld.“
Dafür kommt der nächste Schritt.
Was passiert nach einer erfolgreichen Ausschlussdiät?
Nach einer deutlichen Besserung können einzelne zuvor ausgeschlossene Bestandteile gezielt wieder eingeführt werden. Diese sogenannte Provokation hilft dabei herauszufinden, ob die Beschwerden bei einem bestimmten Bestandteil erneut auftreten.
Und genau deshalb sollte man nach einer erfolgreichen Ausschlussphase nicht einfach sagen:
„Prima. Dann bekommt er dieses Futter jetzt für immer.“
Denn unser eigentliches Ziel ist Erkenntnis.
Was verträgt der Hund?
Und:
Was verträgt er möglicherweise nicht?
So kann anschließend eine Fütterung aufgebaut werden, die langfristig zum Hund passt.
Was bedeutet es, wenn sich gar nichts verbessert?
Bleiben die Beschwerden trotz konsequent durchgeführter Ausschlussdiät unverändert, ist auch das eine wichtige Information. Dann sollte geprüft werden, ob die Diät wirklich konsequent durchgeführt wurde und ob andere Ursachen wahrscheinlicher sind.
Genau deshalb finde ich Ausschlussdiäten so spannend.
Auch ein Ergebnis, das zunächst wie „hat nichts gebracht“ aussieht, kann uns weiterbringen.
Vielleicht lag es doch nicht am Futter.
Vielleicht gab es irgendwo eine übersehene Futterquelle.
Oder vielleicht müssen wir an einer ganz anderen Stelle weitersuchen.
Welches Futter eignet sich für eine Ausschlussdiät?
Das passende Futter lässt sich nicht pauschal für jeden Hund festlegen. Entscheidend ist unter anderem, welche Proteinquellen und Futterbestandteile der Hund bisher bereits kennengelernt hat und was mit der Ausschlussdiät überprüft werden soll.
Reico bietet dafür unterschiedliche Möglichkeiten.
Dazu gehören beispielsweise Fütterungskonzepte mit einer gezielt ausgewählten tierischen Proteinquelle sowie eine zeitlich begrenzte Variante ohne tierisches Protein.
Welche davon für einen bestimmten Hund sinnvoll ist, möchte ich aber nicht nach dem Schema
„Juckreiz = Futter X“
entscheiden.
Genau deshalb frage ich bei einer Ausschlussdiät zuerst nach der bisherigen Fütterung.
Denn was für Hund A eine sinnvolle Ausschlussquelle sein kann, hat Hund B vielleicht bereits jahrelang gefressen.
Warum ich nicht einfach ständig das Futter wechseln würde
Wenn ein Hund Beschwerden hat, ist der Impuls verständlich:
„Vielleicht verträgt er dieses Futter nicht – ich probiere ein anderes.“
Dann noch eines.
Und noch eines.
Irgendwann hat der Hund Huhn, Rind, Lamm, Ente, Pferd, Wild, Fisch und diverse andere Zutaten kennengelernt.
Und genau dann wird eine strukturierte Ausschlussdiät nicht einfacher.
Deshalb:
Nicht möglichst viel ausprobieren. Sondern gezielt herausfinden, was passiert.
Mein Hund hat Durchfall – brauche ich sofort eine Ausschlussdiät?
Nein. Durchfall allein ist noch kein Grund, automatisch eine Ausschlussdiät zu beginnen. Akuter oder wiederkehrender Durchfall kann zahlreiche Ursachen haben und sollte zunächst entsprechend eingeordnet werden.
Mehr dazu findest du in meinem Ratgeber Durchfall beim Hund – Ursachen, Soforthilfe und wann du zum Tierarzt solltest.
Erst wenn sich Hinweise verdichten, dass die Fütterung eine Rolle spielen könnte, wird die Ausschlussdiät interessant.
Eine Ausschlussdiät braucht einen Plan – keine Futtersammlung
Am Anfang klingt es kompliziert.
Eigentlich ist die Grundidee aber sehr einfach:
So wenig Variablen wie möglich.
Eine klar festgelegte Fütterung.
Keine heimlichen Extras.
Beobachten.
Dokumentieren.
Und anschließend kontrolliert herausfinden, was der Hund verträgt.
Gerade die Konsequenz im Alltag ist häufig schwieriger als die Theorie.
Dein Hund hat schon mehrere Futtersorten durch und du weißt inzwischen gar nicht mehr, was du noch ausprobieren sollst?
Dann würde ich nicht einfach das nächste Futter kaufen.
Schick mir seine Beschwerden und möglichst genau, was er bisher gefressen hat. Ich helfe dir dabei, die bisherigen Proteinquellen und Futterbestandteile zu sortieren und einen sinnvollen nächsten Schritt für die Fütterung zu finden.
Meine Beratung ist kostenlos.
Fütterung meines Hundes mit Conny sortieren
Alternativ kannst du mein Kontaktformular nutzen.
Häufige Fragen zur Ausschlussdiät beim Hund
Wie lange dauert eine Ausschlussdiät beim Hund?
Eine Ausschlussdiät wird über mehrere Wochen konsequent durchgeführt. Reico nennt für eine Eliminationsdiät etwa 8 bis 12 Wochen. Entscheidend ist, dass in dieser Zeit keine ungeplanten Futterbestandteile das Ergebnis verfälschen.
Darf mein Hund während einer Ausschlussdiät Leckerlis bekommen?
Nur Leckerlis, die zum festgelegten Fütterungskonzept passen. Normale Trainingssnacks oder Kauartikel können Bestandteile enthalten, die während der Ausschlussdiät eigentlich vermieden werden sollen.
Welche Proteinquelle eignet sich für eine Ausschlussdiät?
Das hängt davon ab, welche Proteinquellen dein Hund zuvor bereits gefressen hat. Deshalb sollte seine Fütterungshistorie betrachtet werden, bevor eine geeignete Variante ausgewählt wird.
Was ist der Unterschied zwischen Ausschlussdiät und Futterwechsel?
Bei einem normalen Futterwechsel wird das bisherige Futter durch ein anderes ersetzt. Eine Ausschlussdiät folgt dagegen einem gezielten Plan, bei dem bestimmte Bestandteile konsequent ausgeschlossen und die Reaktionen des Hundes beobachtet werden.
Wann ist eine Ausschlussdiät erfolgreich?
Eine deutliche Besserung der Beschwerden während der Ausschlussphase ist ein wichtiger Hinweis. Um einen konkreten Auslöser einzugrenzen, werden anschließend einzelne Bestandteile kontrolliert wieder eingeführt.
Was passiert, wenn mein Hund während der Ausschlussdiät etwas Falsches frisst?
Eine ungeplante Futteraufnahme sollte dokumentiert werden. Je nachdem, was und wie viel der Hund gefressen hat und wie er darauf reagiert, kann sie die Beurteilung des Verlaufs erschweren.
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Transparenz-Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Starker oder anhaltender Juckreiz, wiederkehrende Ohren- oder Hautprobleme sowie länger anhaltende oder schwere Verdauungsbeschwerden sollten tierärztlich abgeklärt werden.