Auslandshund zieht ein: Und plötzlich steht da ein Hund, der nicht weiß, dass er jetzt zuhause ist.
Du hast auf diesen Moment gewartet.
Vielleicht wochenlang Bilder angeschaut. Videos geschickt bekommen. Formulare ausgefüllt. Mit der Tierschutzorganisation telefoniert.
Und dann ist er plötzlich da.
Nach einer langen Fahrt öffnet sich die Tür der Transportbox – und vor dir steht der Hund, der ab heute zu deiner Familie gehören soll.
Nur weiß dein Hund das noch nicht.
Er weiß nicht, dass dieses Körbchen jetzt seines ist.
Er weiß nicht, dass der volle Napf morgen wieder voll sein wird.
Er weiß nicht, dass niemand ihn mehr zurückbringt.
Und er weiß schon gar nicht, dass du gerade am liebsten alles nachholen möchtest, was ihm vielleicht bisher gefehlt hat.
Für dich beginnt an diesem Tag euer gemeinsames Leben. Für deinen Hund bricht erst einmal seine komplette bisherige Welt weg.
Genau deshalb ist das größte Geschenk in den ersten Tagen manchmal nicht das teuerste Körbchen, das beste Futter oder der schönste Spaziergang.
Es ist Zeit.
Ich habe diesen Moment nicht nur einmal erlebt.
Zwei Jahre lang war ich Pflegestelle für Hunde ohne Schutz e. V.
Ein Hund kam.
Dann der nächste.
Und noch einer.
Manche waren ängstlich. Manche überraschend unkompliziert. Manche brauchten Abstand, andere suchten schnell Nähe.
15 Hunde lebten eine Zeit lang bei mir.
Ich sah sie ankommen.
Ich sah, wie aus Unsicherheit langsam Vertrauen wurde.
Und irgendwann kam bei jedem dieser Hunde der Moment, auf den wir als Pflegestelle eigentlich hinarbeiteten:
Jemand kam und nahm ihn mit nach Hause.
Das ist das Ziel.
Und trotzdem ist es ein verdammt komisches Gefühl, wenn ein Hund, der gerade gelernt hat, dir zu vertrauen, plötzlich wieder durch deine Haustür hinausgeht.
15-mal habe ich das geschafft.
Dann kam Nummer 16.
Und dann kam Angie.
Auch Angie sollte nur vorübergehend bleiben.
Das kannte ich schließlich.
Ankommen lassen. Sicherheit geben. Kennenlernen. Ein Zuhause suchen. Abschied nehmen.
Nur hatte Angie offenbar andere Pläne.
Aus Pflegehund Nummer 16 wurde mein Hund.
Und damit war meine bis dahin ziemlich erfolgreiche Vermittlungsquote endgültig ruiniert.
Heute kann ich darüber lachen.
Aber Angie erinnert mich jeden Tag daran, warum ich bei Auslandshunden einen Satz überhaupt nicht mag:
„Die sind halt so.“
Nein.
Sie sind nicht „halt so“.
Sie haben Geschichten, die sie uns nicht erzählen können.
Ungarn. Bosnien. Russland. Spanien.
Ich hatte Hunde aus unterschiedlichen Ländern bei mir.
Natürlich spielt die Herkunft eine Rolle. Klima, Haltung, Krankheiten und Lebensbedingungen können sich unterscheiden.
Aber das Land auf dem Impfpass erzählt dir nicht, was dein Hund erlebt hat.
Vielleicht hat er auf der Straße gelernt, dass Futter morgen nicht selbstverständlich ist.
Vielleicht kennt er einen Napf.
Vielleicht auch nicht.
Vielleicht kennt er Häuser, Autos und Menschen.
Vielleicht steht er zum ersten Mal in seinem Leben auf einem glatten Wohnzimmerboden und versteht überhaupt nicht, warum seine Beine plötzlich in vier verschiedene Richtungen rutschen.
Wir kennen das Herkunftsland. Die ganze Geschichte des Hundes bekommen wir selten mitgeliefert.
Und genau deshalb müssen wir beobachten statt interpretieren.
Einige meiner Pflegehunde tranken plötzlich wie verrückt.
Das hat mich damals wirklich beschäftigt.
Es war Winter und einige der Hunde tranken nach ihrer Ankunft bei mir enorme Mengen Wasser.
Irgendwann wurde mir bewusst, was wir Menschen bei all unserer Sorge gerne vergessen:
Der Hund hatte gerade nicht nur das Land gewechselt. Er hatte seine komplette Umwelt gewechselt.
Hunde, die Kälte und ein Leben draußen oder in ungeheizten Bereichen kannten, lagen plötzlich in meinem warmen Zuhause.
Heizung an. Trockene Raumluft. Komplett anderes Klima.
Für mich war das Wohnzimmer normal.
Für diese Hunde war überhaupt nichts normal.
Bei meinen Pflegehunden normalisierte sich das Trinken wieder.
Und diese Erfahrung ist mir geblieben.
Denn sie zeigt wunderbar, warum wir bei einem frisch angekommenen Auslandshund nicht jede Auffälligkeit isoliert betrachten dürfen.
Und dann wollen wir Menschen alles sofort richtig machen.
Das verstehe ich.
Der Hund hatte es vielleicht nicht leicht. Jetzt soll es ihm an nichts fehlen.
Das beste Körbchen.
Das beste Futter.
Leckerlis.
Spielzeug.
Hundeschule.
Familienbesuch.
Ausflüge.
Stopp.
Dein Hund braucht nicht innerhalb einer Woche das perfekte Hundeleben.
Er muss erst einmal verstehen, dass dieses Leben jetzt seines ist.
Dass du morgen noch da bist.
Dass es wieder Futter gibt.
Dass er schlafen darf.
Dass nicht jeder Griff nach der Leine etwas Schlimmes bedeutet.
Dass er nicht funktionieren muss, damit er bleiben darf.
Ankommen ist Arbeit genug.
Und sein Bauch kommt gleich mit in dieses neue Leben.
Genau das wird häufig vergessen.
Nicht nur das Zuhause verändert sich.
Oft verändert sich auch von heute auf morgen das Futter.
Andere Zutaten. Andere Mengen. Andere Fütterungszeiten. Neue Leckerlis. Neues Wasser.
Dazu Transport und Aufregung.
Und wenn der Hund dann pupst, Durchfall bekommt, schlecht frisst oder plötzlich alles verschlingt, beginnt schnell die nächste Aktion:
Neues Futter. Pulver. Schonkost. Noch ein Zusatz.
Dabei braucht auch die Verdauung manchmal erst einmal Ruhe und einen klaren Plan.
Damals kannte ich Reico noch nicht.
Und das werde ich auch nicht schönreden.
Meine Pflegehunde-Zeit war lange bevor Reico für mich ein Thema wurde.
Mit meinem heutigen Wissen würde ich beim Futter manches anders betrachten.
Aber genau diese Hunde haben mir etwas beigebracht, das heute noch die Grundlage meiner Beratung ist:
Schau dir erst den Hund an.
Nicht das Etikett.
Nicht die Werbung.
Nicht die Geschichte des Nachbarhundes.
Diesen Hund.
Was frisst er? Wie verdaut er? Wie verhält er sich? Was verändert sich?
Heute arbeite ich mit dem Reico Vital-System, weil der naturbelassene Ernährungsansatz und das mineralische Gleichgewicht zu der Art passen, wie ich Hunde inzwischen betrachte:
Nicht irgendein Futter für irgendeinen Hund. Sondern hinschauen, was dieser Hund braucht.
Vielleicht sitzt dein Auslandshund gerade neben dir.
Vielleicht seit drei Tagen.
Vielleicht seit drei Jahren.
Vielleicht hat er inzwischen längst die Couch übernommen und du kannst dir kaum noch vorstellen, dass er einmal nicht da war.
Aber irgendwo zwischen Transportbox, erstem vorsichtigen Kontakt und dem Hund, der heute selbstverständlich neben dir einschläft, ist etwas passiert:
Aus einem Hund aus dem Ausland wurde dein Hund.
Und wenn ich dir aus 16 Pflegehunden nur einen Rat mitgeben dürfte, wäre es dieser:
Gib ihm nicht sofort alles. Gib ihm zuerst Zeit.
Der Rest darf wachsen.
Vertrauen.
Alltag.
Training.
Und auch die passende Ernährung.
Du bist beim Futter deines Auslandshundes unsicher?
Dann musst du dich nicht durch zwanzig Futtersorten probieren.
Wir schauen uns deinen Hund, seine aktuelle Fütterung, Verdauung und Situation gemeinsam an und überlegen, was zu ihm passt.
Kostenlos und unverbindlich.
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